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Von Friedrich Ebert zum Kampfbund für deutsche Kultur

Bedingungen und Voraussetzungen der Gleichschaltung bürgerlicher Musikkultur in einer Kleinstadt
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Zusammenfassung

Das Musikleben im Dritten Reich ist seit Anfang der achtziger Jahre vor allem durch zwei Taschenbuchpublikationen, Fred K. Priebergs Musik im NS-Staat1 und dem von Hans-Werner Heister und Hans-Günther Klein herausgebrachten Sammelband Musik und Musikpolitik im faschistischen Deutschland2 ins öffentliche und musikhistorische Interesse gerückt worden. Allzu häufig vernachlässigen jedoch musikgeschichtliche Publikationen (und nicht nur solche) zur Zeit nach 1933 die Frage der historischen Kontinuität3 und damit die Entwicklung in der Weimarer Republik Das hat seine Ursache nicht zuletzt in dem mangelnden Interèsse der Musikgeschichtsschreibung am Musikleben in den Jahren “zwischen den beiden Weltkriegen”4. “Eine Gesamtdarstellung der musikkulturellen Situation” — nicht zu verwechseln mit der kompositionsgeschichtlichen — “im Deutschland der 20er, 30er und 40er Jahre unseres Jahrhunderts liegt bis zum heutigen Tag nicht vor”5, mußte 1983 ein Autor feststellen. Nur vereinzelt existieren Studien zum Musikleben, sieht man von den Forschungen zur Biographie einiger ’großer Komponisten’ wie z.B. Schönberg, Berg, Webern, Strauss und Schreker einmal ab. Die Konzentration aufs Personale, deren Ursache in der leichten Verfügbarkeit von Forschungsmaterial und der kompositionsgeschichtlichen Wirksamkeit der genannten Komponisten liegt, verstellt jedoch den Blick auf die Gesamtentwicklung des Musiklebens (und damit seine Bedingungen) in der Zeit von 1918 bis 1945.

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Notizen

  1. 1.
    F.K. Prieberg, Musik im NS-Staat, Frankfurt/M. 1982.Google Scholar
  2. 2.
    H.W. Heister/H.-G. Klein, Musik und Musikpolitik im faschistischen Deutschland, Frankfurt/M. 1984.Google Scholar
  3. 5.
    J. Mainka, Zwischen Illusion und Demagogie. Zum musikalischen Alltag in Nazi-Deutschland, in: Musik und Gesellschaft 33 (1983), 21. Mainka glaubt auf positivistische Materialhuberei, wie er in Anlehnung an literaturwissenschaftliche marxistische Arbeiten formuliert, verzichten zu können, meint aber dennoch das “zusammenhängende Ganze” (S. 21) sehen zu können. Ein solches Argumentationsmuster ist nicht neu, sondern exakt identisch mit dem einiger nationalsozialistischer Publikationen zur Musikgeschichte. Vgl. dazu M. Walter, Effects without causes but with consequences. Anti-Semitism in music journalism, in: Wagner 9 (1988), 33–44.Google Scholar
  4. 7.
    Ch. Engelbrecht, Die Kasseler Hofkapelle im 17. Jahrhundert und ihre anonymen Musikhandschriften aus der Kasseler Landesbibliothek, Kassel 1958Google Scholar
  5. R. Lebe, Ein deutsches Hoftheater in Romantik und Biedermeier. Die Kasseler Bühne zur Zeit Feiges und Spohrs, Kassel 1964 [= Kasseler Quellen und Studien 2]; E. Zulauf, Beiträge zur Geschichte der Landgräflich-Hessischen Hofkapelle zu Cassel bis auf die Zeit Moritz des Gelehrten, Kassel 1902.Google Scholar
  6. 8.
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  7. 9.
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    H.-J. Schaefer, Gustav Mahler in Kassel, Kassel 1982. — Das für die Spohr-Literatur Gesagte trifft auch für die Literatur über Mahler zu, wenn auch in geringerem Maße. In beiden Fällen handelt es sich meist aber nicht um eigenständige Lokalforschung.Google Scholar
  11. 15.
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  12. 17.
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  13. 25.
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  14. 43.
    W. Kessler, Geschichte der Universitätsstadt Marburg in Daten und Stichworten, Marburg 1984 (2. Aufl.), 136; es kam deswegen am 29.11.1933 zu einer Protestkundgebung von ca. 1000 Studenten auf dem Marktplatz.Google Scholar
  15. 61.
    Vgl. C. Dahlhaus, Die Musik des 19. Jahrhunderts, Wiesbaden 1980 [= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 6], 133.Google Scholar
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  19. 89.
    Vgl. auch H. Danuser, Die Musik des 20. Jahrhunderts, Laaber 1984 [= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 7], 206.Google Scholar
  20. 107.
    Vgl. J. Eckhardt, Arbeiterchöre und der “Deutsche Arbeiter-Sängerbund”, in: Musik und Industrie. Eckhardt zählt auf S. 45 die aufgrund des Sozialistengesetzes von 1878 verbotenen Arbeiter-Gesangvereine auf.Google Scholar

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