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Zensurinteressen sozialer und politischer Gruppen

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Zusammenfassung

Neben der politischen Zensur, die von Regierungen und Behörden mit der Begründung von Ordnung und Sicherheit ausgeübt wurde, griffen in der Weimarer Zeit moralisch und religiös motivierte Kräfte kontrollierend in den Prozeß der öffentlichen Meinungsbildung ein. Nach dem Umsturz von 1918/19 verschafften sie sich durch die Zusammenarbeit mit den politischen Parteien im Parlament, mit Regierungen und der Bürokratie auch den Zugang zu staatlichen Repressivmitteln. Zugleich lieferte ihre breitflächig angelegte Propaganda gegen vermeintliche Kulturfeinde Deutungsansätze für die Ungeordnetheit der gesellschaftlichen Verhältnisse, mit denen sich nach Krieg und Niederlage eine Schuldzuweisung an die politische Rechte vermeiden und eine konfliktlose, staatstreue Kollektivmentalität suggerieren ließ, die die Menschen der vermeintlichen »vielfachen Verwüstung des sittlichen Volkslebens«1 entheben und im Rückgriff auf »die guten und einfachen Sitten der Väter«2 der Utopie der nationalen Wiedergeburt unterordnen sollte. Eine Reichstagsrede mag als Beispiel dienen.

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Quellen und Anmerkungen

  1. 4.
    Joseph Mausbach, Katholische Moraltheologie, Bd.II, Teil 1, Hrsg. Gustav Ermecke (Münster: Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, 1960), S. 77.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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