Advertisement

Theater und Kabarett

Chapter

Zusammenfassung

In den Kapiteln über die Presse, die »Schund- und Schmutzliteratur«, das Buchwesen und die Kunst hat sich gezeigt, daß jedem Medium ein ganz eigenes Bündel von Kontroll- und Zensurmechanismen erwuchs. Abgesehen von spezifischen gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel dem Preßgesetz von 1874 und dem Lichtspielgesetz von 1920, paßte sich die Anwendung der allgemeinen Rechtsnormen den oft sehr verschiedenen historischen Voraussetzungen und zeitbedingten Produktions- und Verwertungsbedingungen an. Polizeiliche Eingriffe orientierten sich auch an den unterschiedlichen Methoden der gewerblichen Verbreitung. Und weil die genannten Medien unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlichen Bewußtseinsbildung nicht nur ein verschiedenes Publikum haben, sondern auch eine sehr unterschiedliche Wirksamkeit erzielen konnten, rief jedes von ihnen bei politischen Parteien und sozialen Gruppen und Organisationen auch einen sehr unterschiedlichen Wunsch nach Einflußnahme hervor. Unter all diesen Gesichtspunkten ist auch die Theaterzensur trotz aller übergreifenden Motive und Absichten zur Einschränkung der Spielplanfreiheit auf dem Hintergrund sowohl der besonderen Produktionsbedingungen im Schauspielgewerbe als auch der spezifischen Bildungs- und Repräsentationsfunktion des Theaters zu sehen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Quellen und Anmerkungen

  1. 99.
    Bruno Adriani, »Theaterzensur«, Die Deutsche Bühne, 21 (1929), H. 3, S. 50.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations