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Topologische Erfahrungen als Bestandteil der Amerika-Diskurse im Surrealismus — Zusammenfassung

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Zusammenfassung

Die Kritik Bretons am Anthropozentrismus in seinen Prolégomènes à un troisieme manifeste du surréalisme ou non (1942) verbindet sich mit der oft als befremdlich empfundenen Idee der “Grands Transparents”. Vermutlich unter dem Eindruck der Gemälde des chilenischen Malers Roberto Matta und in einer Art “lyrischen Analogie”136 spekuliert Breton über die mögliche Existenz anderer “Wesen”, deren man erst innerhalb einer wiedergefundenen kosmologischen Weltsicht gewahr würde:

L’homme n’est peut-être pas le centre, le point de mire de l’univers. On peut se laisser aller à croire qu’il existe au-dessus de lui, dans l’écheile animale, des êtres dont le comportement lui est aussi étranger que le sien peut l’être à l’éphémère ou à la baieine (…) Un mythe nouveau? Ces êtres, faut-il les convaincre qu’ils procèdent du mirage ou leur donner l’occasion de se decouvrir?137

Seine vehemente Kritik an der ratio äußert Breton vor allem als Kritik an einer dem Menschen unangemessenen Stellung in der Welt. Sein Nachdenken über einen “neuen Mythos” enthält als Plädoyer, daß der Mensch sich wieder seiner ursprünglichen Partizipation am kosmischen Ganzen und damit seiner eigenen Relativität bewußt werden solle. Diese Art der Anthropozentrismuskritik erinnert zunächst an die visionären, utopischen Diskurse im Surrealismus, die Gegenstand des Kapitels II dieser Arbeit waren. Eine Koppelung der Idee der “Grands Transparents” mit dem Bild eines mythischen, ursprünglichen Amerikas liegt in diesem Falle nahe.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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