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Entstehung eines Wegenetzes

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Zusammenfassung

Der Surrealismus ist zunächst im Pariser “Treibhausklima” der 20er Jahre gediehen. Der Begriff “Treibhausklima”, den James Clifford verwendet, um damit die Atmosphäre des Paris der 20er Jahre zu kennzeichnen,41 enthält symptomatisch die Anspielung auf eine pflanzliche Natur, die sich unter besonderen Bedingungen üppig und labyrinthisch entfaltet. Als Kehrseite des städtischen Alltags hat sich in der Vorstellungswelt der Surrealisten das Bild einer mythischen, anarchischen Natur entwickelt. Immer wieder wird metaphorisch auf eine üppig wuchernde Vegetation des Unbewußten angespielt, die die Kontrolle durch die Vernunft schließlich außer Kraft setzt. Diese Vorstellung einer solchen usurpatorischen Natur des Unbewußten kommt in den Bildern eines Wiedereinbruchs der Natur in die Urbanität zum Ausdruck: So sieht Aragons “Bauer” (Le paysan de Paris) während seiner Spaziergänge durch die Stadt in den Parks die Natur ungebändigt vordringen oder als hereinbrechendes Meer die nächtliche Passage überfluten.42 Den Sieg dieser mythischen Natur über die Zivilisation beschwört Benjamin Péret in seinen Aufsätzen “La nature dévore le progrès et le dépasse” und “Ruines: ruine des ruines”.43 Andererseits liefert die surrealistische Vorliebe für die nicht-europäischen Kulturen ein Bilderrepertoire der Natur in Form von idealisierten Landschaften.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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