Advertisement

Gerhard Fricke: Literaturwissenschaft als Anweisung zur Unterordnung

Chapter

Zusammenfassung

Der Literaturwissenschaftler Gerhard Fricke, der mit diesen Worten bei der Göttinger Bücherverbrennung die Erweckung und Bekehrung der Gebildeten beschwört, begreift den Nationalsozialismus als ein Glaubenssystem. Nachdem es mit der »nationalen Revolution« gelungen sei, die »äußere Macht« zu übernehmen, weist er die Organisation von innerer Zustimmung als »schöpferische Aufgabe« den Gebildeten zu. »Der Nationalsozialismus muß dabei von der Intoleranz sein, die stets aus großem Glauben entsprungen ist.«2 Auf der Basis religiöser Anrufungen3 wird in dieser Inszenierung der Bücherverbrennung als »symbolische[m] Akt« eine Rückbindung an die »deutsche Tradition« konstruiert: »Wie einst die Burschenschaft auf der Wartburg« müsse auf »Absage und Vernichtung« der Wille zum »verantwortungsvollen Aufbau« folgen.4

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notizen

  1. 5.
    G. Fricke: Über die Aufgabe und die Aufgaben der Deutschwissenschaft. In: ZfdB 9 (1933) 494–501, hier 495.Google Scholar
  2. 10.
    W. Hofstaetter: Der deutsche Krieg und der deutsche Unterricht. In: Zeitschrift für den deutschen Unterricht. 29 (1915) 1–11.Google Scholar
  3. 11.
    Friedrich Panzer: Kriegsliteratur. In: ZfdU 29 (1915) 117.Google Scholar
  4. 19.
    Rainer Rosenberg: Zehn Kapitel zur Geschichte der Germanistik. Berlin 1981, 183.Google Scholar
  5. 20.
    Rudolf Unger: Philosophische Probleme in der neueren Literaturwissenschaft. In: Ders.: Gesammelte Studien Bd. 1, Berlin 1929, 15ff.Google Scholar
  6. 22.
    Gerhard Fricke: Der religiöse Sinn der Klassik Schillers. München 1927, 57.Google Scholar
  7. 25.
    Vgl. hierzu: M. Reiter: Moralische Subjektkonstitution im deutschen Pietismus. In: Der innere Staat des Bürgertums. Berlin 1987, 62–100. Aus Frickes Biographie ergeben sich Hinweise auf die eigene pietistische Erziehung.Google Scholar
  8. 40.
    Ebd. 358. Zitiert nach: F. Schiller: Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen, 27. Brief. In: Ders.: Sämtliche Werke, Bd. 5, Erzählungen/Theoretische Schriften. München 1989.Google Scholar
  9. 52.
    G. Fricke: Gefühl und Schicksal bei Heinrich von Kleist. Berlin 1929, 176.Google Scholar
  10. 66.
    G. Fricke: Schiller und Kleist als politische Dichter. In: ZfDk (1934) Heft 4, 222–237, hier 223.Google Scholar
  11. 76.
    G. Fricke: Zur Interpretation des dichterischen Kunstwerks. In: ZfDk (1939) Heft 6, 495–501, hier 496.Google Scholar
  12. 77.
    Fricke 1939, zitiert nach Abdruck in: G. Fricke: Vollendung und Aufbruch. Reden und Aufsätze zur deutschen Dichtung. Berlin 1943, 118.Google Scholar
  13. 112.
    G. Fricke: Schiller und die geschichtliche Welt. In: Fricke 1943, 449.Google Scholar
  14. 128.
    G. Fricke, zitiert nach: N. Oellers: 50 Jahre Schiller-Nationalausgabe — und kein Ende? Marbach 1990, 15.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations