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Einleitung

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Zusammenfassung

Als Max Kommerell 1928 unter dem Titel »Der Dichter als Führer« die deutschen Klassiker »als Vorbilder einer Gemeinschaft« und »wirkende Personen« präsentierte, verknüpfte er sein literaturwissenschaftliches Projekt mit einer fachkritischen Diagnose und mit einem nationalen Erziehungsprogramm: die zeitgenössische Germanistik sah er dominiert von »Schrifttum und Schrifttumsfehden«, die den »ungeheure[n] deutsche[n] Kräftestrom« der Klassik blockierten und so der Jugend die »Epoche allzu matt und bläßlich« erscheinen ließen. Demgegenüber gelte es, die Dichter als »sinnbildliche, stellvertretende Figuren«, als »Führer«, neu zu entdecken und dabei bisher eher vernachlässigte Autoren wie Jean Paul und Hölderlin aufzuwerten. Gerade er werde »durch seine vertiefte Sicht des Volkes […] immer mehr Führer.«1

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Notizen

  1. 1.
    Max Kommereil: Der Dichter als Führer in der deutschen Klass. Klopstock, Herder. Goethe. Schiller. Jean Paul. Hölderlin. Berlin 1928, Vorbemerkung (unpag.). Vgl.: Max Kommereil 1902–1944. Bearbeitet von Joachim W. Storck. Marbach 1985 (Marbacher Magazin 34).Google Scholar
  2. 2.
    Walter Benjamin: Wider ein Meisterwerk. Zu Max Kommerells »Der Dichter als Führer in der deutschen Klassik« (1930). In: Walter Benjamin: Angelus Novus. Ausgewählte Schriften 2. Frankfurt a. M. 1966, 429–436, hier 432 und 436.Google Scholar
  3. 3.
    Jürgen Fohrmann: Organisation, Wissen, Leistung. Konzeptuelle Überlegungen zu einer Wissenschaftsgeschichte der Germanistik. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 16 (1991) H. 1, 110–123.Google Scholar
  4. 7.
    Henning Bothe: »Ein Zeichen sind wir, deutungslos«. Die Rezeption Hölderlins von ihren Anfängen bis zu Stefan George, Stuttgart 1992, 275, Anm. 850, und 218.Google Scholar
  5. 11.
    Rudolf Unger: Literaturgeschichte und Geistesgeschichte (1926), zit. n.: Methoden der deutschen Literaturwissenschaft. Eine Dokumentation. Frankfurt a.M. 1982, 80.Google Scholar
  6. 12.
    Vgl. Rainer Rosenberg: Das Selbstverständnis der Literaturwissenschaft. Zur Geschichte der deutschen Germanistik 1900–1933. In: Weimarer Beiträge 32 (1986) H.3, 357–385. Auf die entsprechenden Verlusterfahrungen persönlicher Art weist auch Schlaffer hin. Heinz Schlaffer: Poesie und Wissen. Die Entstehung des ästhetischen Bewußtseins und der philologischen Erkenntnis. Frankfurt a. M. 1990, 212ff (Philologie als Lebensform).Google Scholar

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