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Der höhere Mensch und seine demokratische Herkunft

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Zusammenfassung

Nietzsches Hass auf Gleichheit und Demokratie hat seinen Niederschlag in einer Reihe von Begriffen gefunden, die die soziale Rangordnung, die Differenz zwischen Menschen umschreiben; dazu gehört der Begriff des höheren Menschen. Dieser wird zwar in den vielfältigsten Bedeutungen verwendet und es fällt nicht leicht, den Typus zu definieren, er ist aber immerhin bei weitem nicht so rätselhaft wie jener des Übermenschen1. Mit dem vierten Teil des Zarathustra liegt ein längerer zusammenhängender Text vor, der den höheren Menschen und seine Not, zu der Zarathustra verführt werden soll, zum Inhalt hat. Im Nachlass vom Herbst 1887 findet sich sogar eine präzise Definition: »Der Mensch ist das Unthier und Überthier; der höhere Mensch ist der Unmensch und Übermensch: so gehört es zusammen. Mit jedem Wachsthum des Menschen in die Grösse und Höhe wächst er auch in das Tiefe und Furchtbare: man soll das Eine nicht wollen, ohne das andere — oder vielmehr: je gründlicher man das Eine will, um so gründlicher erreicht man gerade das Andere« (KSA 12/ 426, 9[154]). Aus weiteren Äusserungen jener Zeit ist zu erfahren, wer dieses Problem der Synthese am reinsten personifiziert: Napoleon Bonaparte. Für den »unpolitischen« Nietzsche ist der französische Kaiser als psychologischer Typus von höchstem Interesse.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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