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1848 — Späte Folgen einer gescheiterten Revolution

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Zusammenfassung

Die Revolutionsjahre 1848/49 sind der Familie Nietzsche in trauriger Erinnerung geblieben. Zwar hat der kleine Friedrich Nietzsche vom Aufstand selbst kaum etwas mitbekommen, seinen Vater indes, den königs— treuen Pastor, hat der vorübergehende Zerfall der monarchischen Autorität — symbolisiert durch die Berliner Huldigungsgesten Friedrich Wilhelms IV. — derart erschüttert, dass er später von seiner Familie nicht mehr daran erinnert werden will. Der von Friedrich geliebte Vater erkrankt im August 1848 und stirbt ein knappes Jahr darauf. Werner Ross hat in seiner Biographie die betreffende Episode ausführlich rekonstruiert und auf ihre Bedeutung für Nietzsches späteres Politikverständnis hingewiesen. Sein Fazit lautet: »Er freilich verdrängte: die achtundvierziger Revolution kommt bei ihm kaum vor« (Ross 1980/27)1. Diesem Urteil soll nicht widersprochen werden, allerdings sind zwei Ergänzungen angebracht, die es geringfügig relativieren. Zunächst ist der Umstand wichtig, dass zahlreiche deutsche Intellektuelle, insbesondere manche Teilnehmer der Revolution, in den 50er Jahren verdrängt haben, was 1848 politisch auf dem Spiel gestanden hat, und mit den ehemaligen Widersachern grosszügige Kompromisse eingegangen sind.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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