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Aspekte der puritanischen Fundierung der amerikanischen Moderne

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Zusammenfassung

Die Gefahr, die Max Weber in seinen religionssoziologischen und politischen Schriften am Beginn des 20. Jahrhunderts für die Freiheit des modernen Menschen sah und deren Geschichte er zu rekonstruieren suchte, war die der Versteinerung der sozialen Beziehungen und des politischen Systems im Gefolge zunehmender Rationalisierung und Bürokratisierung der Gesellschaft. Im Gegensatz zu der immer mehr um sich greifenden Ursprungssehnsucht seiner Zeit, die im Kult von Gemeinschaft und Natur der Entzauberung der Welt zu entfliehen suchte, war Max Weber als ihr Analytiker illusionslos nüchtern. Als Erforscher des zerbrechenden bürgerlichen Patriarchats, der die Frage nach dem Schicksal des Subjekts in diesem Zerstörungsprozeß stellt, ist Max Weber seinem Zeitgenossen Sigmund Freud durchaus vergleichbar. Seine prinzipielle Skepsis ließ ihn jedoch „die Entzauberung der Welt als Schicksal akzeptier(en) und Verzicht predigen“.37 Was für Freud die Reflexion des jüdischen Monotheismus darstellte, war für Max Weber insbesondere die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Protestantismus. Nicht zuletzt ging es dabei auch um die Analyse der (eigenen) Ambivalenz gegenüber einer väterlichen Welt, deren Tradition Weber und Freud erforschten, deren Aporien ihnen politisch und damit sehr real vor Augen standen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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