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Aporien des Kolonialismus: Ursprungssehnsucht und Rassismus

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Zusammenfassung

In diesem Kapitel soll es um die Untersuchung eines bedeutsamen Realsubstrats des Poeschen Werkes gehen, das zugleich auf kollektive Ängste und Zerstörungsbewegungen hinweist: das Problem des Rassismus und der Sklaverei. Edgar allan Poe gibt als erster in der Geschichte der amerikanischen Literatur der panischen Angst vor der Rachemacht der Sklaven Ausdruck, die die Südstaaten seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts ebenso beherrscht wie die Angst vor einem Angriff der Nordstaaten. Indem POE in der »Narrative« die phantasierte schwarze Revolte als verzerrtes Spiegelbild der „heroischen“ weißen Revolution von 1812 erscheinen läßt, reflektiert er die Aporien der amerikanischen Geschichte: als Kolonie entstanden zu sein und selbst im Inneren und nach außen zur kolonialen Macht zu werden. Der Idealisierung der amerikanischen Revolution, die der großen französischen zum Vorbild wurde, steht die Angst vor einer zurückschlagenden Dialektik der Revolten gegenüber, zu deren Schreckbild der erfolgreiche Aufstand der schwarzen Sklaven in Santo Domingo (Haiti) während der französischen Revolution geworden ist. Der blutigste Sklavenaufstand in der Geschichte der USA — die Nat Turner-Revolte vom August 1831 — hat diese Ängste entscheidend verstärkt.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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