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Erträgliche Fremdherrschaft mit Hilfe Braver Geheimräte und durch das Glück von Drei Verschiedenartigen Kaiserlichen Beziehungen (1807–1813)

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Zusammenfassung

Am 16. Februar 1807, nicht allzulange nach der Rückkehr des Herzogs (29. 1. 1807), fand die Uraufführung von Goethes Torquato Tasso in Weimar statt. Das Hoftheater gelangte, wie Goethe in den Tag- und Jahresheften 1807 rückblickend schreibt, »zu einem neuen Glanz, durch eine freundliche den innigsten Frieden herstellende Kunsterscheinung«. Man darf diese Stelle auf den inneren Frieden am Hofe von Weimar beziehen; denn wenn Goethe im gleichen Zusammenhange schreibt, er habe bis dahin die Aufführung »hartnäckig als unmöglich abgewiesen«, so ist dabei nicht nur an die bis heute feststellbaren theatralischen Schwierigkeiten einer Tasso-Aufführung zu denken, sondern auch an den Widerstand des Herzogs. Inzwischen war die Eigengesetzlichkeit des Genies Goethe der ganzen Hofgesellschaft so deutlich geworden, daß es keinen Sinn mehr hatte, die in Goethes Tasso zum erstenmal offen zutage tretende Spannung zwischen einem modernen Genie und einer Hofgesellschaft zu vertuschen. Nur die offene Darstellung der notwendigen Konflikte konnte den Frieden wiederherstellen, nicht gerade den »innigsten«, wie Goethe beschönigend schreibt, aber einen erträglichen. Unwahrscheinlich ist in Goethes nachträglichem Bericht, daß die Initiative zu der längst fälligen Uraufführung von der »freundlichen Zudringlichkeit« der Schauspieler ausging. Ein höfischer Hintergrund ist wahrscheinlich.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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