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Hoftheater, Kriegstheater und die Schwierigen Rollen der Ehemaligen Freunde in dieser Unruhigen Zeit (1786–1796)

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Zusammenfassung

Die Briefe, die Goethe nach seiner »Flucht« an Carl August schreibt, wären einer eigenen Untersuchung wert; denn sie stellen den Versuch einer brieflichen Rekonstruktion der schon erheblich angeschlagenen Freundschaft dar. Selbstverständlich vermißt man auch in diesem Falle die vernichteten Briefe des Herzogs; aber diese spiegeln sich oft recht deutlich in den Briefen des Dichters, der mit allen Mitteln der Sprache auf den Herzog einzugehen versucht. Dieser fühlt sich fern der Heimat, in Berlin, in Aschersleben, in Mainz, »im Haag« oft vereinsamt, ja verzweifelt. Sein Fürstenbundprojekt ist in der noch kaum national denkenden politischen Welt, nach den großartigen Vorstellungen des jungen Fürsten, gescheitert. Sein Ehrgeiz ist mehr auf politische als auf militärische Ziele gerichtet; aber der preußische Minister Hertzberg hat ihn in die Armee, in die Provinz abgeschoben. Und um die Laune des sonst so lebenslustigen Fürsten ganz zu verderben, leidet er auch noch unter einer Geschlechtskrankheit, obwohl ihn der Dichter eben damals auf dem Gebiet der »anmutigen Spaziergänge« und der »mäßigen Bewegung« einen »Doctor longe experientissimus« nennt (an Carl August 16. 2. 1788). Es ist die Zeit von Goethes zweitem römischem Aufenthalt, in der der Dichter nach unglaublichen Bemühungen, den »Begriff«, und damit, wie er meint, auch die Praxis der bildkünstlerischen Fächer zu erfassen, nachts dem »Gotte Amor« opfert.

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Notizen

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