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Kommunikationsstrukturen

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Zusammenfassung

Die gebildeten Stände in Deutschland um 1800 waren ein gesellschaftliches Teilsystem, das seinen Zusammenhalt und Fortbestand wie alle anderen Teilsysteme der Gesellschaft über Kommunikation regelte. Um aber eine soziale Identität sui generis bilden zu können, mußte die spezifische Kommunikation des Bildungsbürgertums notwendigerweise Themen beinhalten, die sich entweder von den Kommunikationsthemen anderer Subsysteme unterschieden oder anders behandelt wurden. Diejenigen Themen, welche vornehmlich zur sozialen Organisation der gebildeten Stände dienten, schöpften sich aus dem Vorrat allgemeiner Bildung. Als Generalthema der Kommunikation sicherte Bildung wohlgemerkt nur die Identität eines kleinen Bevölkerungsteils im Unterschied zur ungebildeten Masse, insbesondere zur Landbevölkerung und zum städtischen Kleinbürgertum, obwohl es inhaltlich einen ständeübergreifenden Anspruch stellte, d.h. die sachlich—programmatische Dimension des Bildungsbegriffs stand von Anfang an im partiellen Widerspruch zu seiner sozialen Funktion. Diese Dialektik der Aufklärung bzw. Bildung besaß gerade in der Zeit um 1800 eine unerhörte und geschichtlich vielleicht einmalige Aktualität, die einige Jahrzehnte später bereits abgeklungen war: Denn während zu Beginn des 19.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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