Advertisement

Zur Geschichte des Musikfeuilletons

Chapter
  • 7 Downloads

Zusammenfassung

Die Definitionsproblematik wird in den größtenteils aus der ersten Jahrhunderthälfte stammenden pressegeschichtlichen Arbeiten mit sehr viel Aufmerksamkeit bedacht. Es ist jedoch keinem Zeitungswissenschaftler gelungen, eine allgemeingiiltige Definition des ”Feuilleton—Begriffs” zu geben. Das breite Spektrum aller Definitionsversuche, seien sie wissenschaftlicher oder pressegeschichtlicher Provenienz, hat schließlich Wilmont Haacke in seinem dreibändigen ”Handbuch des Feuilletons” 19 aus den Jahren 1951–53 durch die Geschichte der deutschen Presse zurückverfolgt und zusammengetragen. Als Ergebnis seiner Untersuchung formulierte Haacke den Passus über die ”Wandelbarkeit des Feuilleton—Begriffs”, der besagt, daß sich das Feuilleton als geschichtliches Phänomen sowohl extensional als auch intensional einer zeitlos gültigen Definition entzieht. 20 Haacke schreibt:

Will man unter diesen Längsschnitt durch die pressehistorischen, zeitungswissenschaftlichen und publizistischen Urteile über Vorfeuilleton und Feuilleton, wie sie von Kaspar von Stieler bis Dovifat, Kapp, Groth und Hagemann, von 1695 bis 1952, in eine Linie gebracht werden konnten, einen Strich ziehen, um ein Fazit gewinnen [sic], so läßt sich nur folgendes Ergebnis festhalten: das Feuilleton hat sich zu allen Zeiten gewandelt. Im Einklang mit seiner permanenten Wandlung hat sich auch die Ansicht über seine Eigenschaften verändert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notizen

  1. 21.
    Eine geläufige Umschreibung des feuilletonistischen Stils gibt Belke, der stellvertretend zitiert wird: ”Um den Leser zu fesseln, schreibt der Feuilletonist spielerisch—geistreich, witzig, mitunter humoristisch—satirisch, stets anschaulich, impressionistisch, seinen subjektiven Assoziationen folgend. Sein Einfallsreichtum tendiert zum Wortspiel, zum Bonmot, zum Neologismus, zur überraschenden, suggestiven Formulierung, zur Pointe. Oft animiert er den Leser bereits durch einen dialogisch—plaudernden Ton… Der Feuilletonist meidet Abstraktion, Pathos, gelehrte Tiefgründigkeit, Gewichtigkeit und langatmige Gründlichkeit.” (Belke, S. 338 f.) Belkes Charakterisierung des Feuilletonistischen fußt auf einer überkommenen literaturwissenschaftlichen Stilistik, deren Ergebnisse aus linguistischer Warte eher Hypothesen sind, die empirisch, d.h. am Textkorpus quantitativ in grammatikalischen (morphologischen und syntaktischen) Kategorien untersucht und beschrieben werden müßten. In dieser Hinsicht wegweisend darf Gabriele Böheims Arbeit ”Zur Sprache der Musikkritiken” von 1987 gelten.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations