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Grosse Stimmen pp 115-227 | Cite as

Sängerinnen und Sänger der zwanziger und dreißiger Jahre

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Zusammenfassung

Fragt man heute einen musikinteressierten Operngeher nach dem größten Bassisten dieses Jahrhunderts, so wird die Antwort wohl Fjodor Schaljapin lauten, der Connaisseur wird sich davon unterscheiden wollen, indem er den weit unbekannteren Namen Alexander Kipnis fallen läßt. Connaisseure haben nicht immer recht, aber in diesem Falle wird sich die Berechtigung dieses Urteils nicht bestreiten lassen. Dieser unterschiedliche Bekanntheitsgrad ist um so erstaunlicher, wenn wir davon ausgehen, zwei deutsche Opernfreunde gefragt zu haben, da Schaljapin nur bei relativ seltenen Gastspielen in Deutschland gesungen hat, während für Kipnis Deutschland zwischen 1913 und 1935 das Zentrum seiner Karriere bildete und er zuletzt sowohl in Bayreuth als auch in Salzburg und an der Berliner Staatsoper in der allerersten Linie der Bassisten stand. Der Unterschied ist einzig darin begründet, daß es Schaljapin schon zu Lebzeiten geschafft hatte, ein Mythos zu werden, das heißt, weit über den engeren Kreis der Gesangs- und Operninteressierten hinaus zu einem Synonym für Sänger zu werden wie vor ihm nur Enrico Caruso und sagen wir Nellie Melba, nach ihm Maria Callas, heute die Tenöre Plácido Domingo und Luciano Pavarotti. Kipnis hat diesen Status nie erreicht, auch nicht erstrebt, doch ich bin sicher, daß seine Schallplattenhinterlassenschaft, die reich und vielseitig ist wie die keines anderen Bassisten, Bestand haben wird.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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