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Die Paradoxie der Vernunft in Lessings »Ernst und Falk«

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Zusammenfassung

Lessings Spätwerk war mit der äußersten literarischen Moderne des ausgehenden 18. Jahrhunderts verschränkt. Der junge Friedrich Schlegel, den auch seine grimmigsten Kritiker nicht der Befürwortung des literarisch Antiquierten zeihen können, glaubte gar feststellen zu dürfen, daß Lessing auf verschiedenen Ebenen seines literarischen Wirkens »eine allgemeine und dauernde Revolution allein hervorgebracht, oder doch vorzüglich veranlaßt«2 habe. Vom Standpunkt des jungen Friedrich Schlegel aus gesehen, hatte Lessing literarisch-ideelle Prozesse in Bewegung gesetzt, die für sein eigenes Potential an Fragestellungen, Denkrichtungen und literarischen Strategien unmittelbar konstitutiv geworden sind. Dieser Annahme liegt ein Konzept der schriftstellerischen Leistung Lessings zugrunde, das noch wesentliche Übereinstimmungen mit dem Lessing-Verständnis Herders3 zeigt, aber dann von den liberalen Lessing-Deutungen des 19. Jahrhunderts bis zur Unkenntlichkeit verwischt ist.4

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Referenzen

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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