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Geschichtlichkeit in Kleists »Prinz Friedrich von Homburg«

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Zusammenfassung

Die Geschichtlichkeit eines dichterischen Textes umfaßt alle Beziehungen des jeweiligen Textes zu seinen geschichtlichen Existenzumständen: die stofflichgegenständlichen Bezüge und deren Vermittlung an Autor und Publikum; die Entstehungsbedingungen; die sprachlichen, literarischen, ideellen Traditionen, an die sich der Text anschließt; die Wirkungsabsichten des Autors; Textstrategien; Rezeptionsmuster und Interpretationsresultate der verschiedenen Gruppen seines Publikums. Die Geschichtlichkeit eines dichterischen Textes ist also sehr vielschichtig strukturiert. Hans Joachim Kreutzer hat kürzlich in einem Aufsatz über den Kohlhaas darauf aufmerksam gemacht.1 Im folgenden soll nur ein Aspekt dieser Geschichtlichkeit erörtert werden, der allerdings in die ästhetische Kernzone eines historischen Dramas hineinreicht: die Geschichtlichkeit seiner fiktionalen Struktur. Es wird gefragt, wie sich in der fiktionalen Struktur von Kleists Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg (1811 vollendet, erst 1821 gedruckt), das einen Stoff aus der brandenburgischen Geschichte des 17. Jahrhunderts einem — nicht nur preußischen — Publikum des beginnenden 19. Jahrhunderts vergegenwärtigen sollte, die Vermittlung von Konflikterfahrungen und das Angebot von Konfliktlösungen miteinander verschränken. Im Vordergrund des Interesses steht also nicht, welche historische Funktionalität das Geschichtsbild dieser Dichtung haben sollte, gehabt hat, haben könnte.

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Referenzen

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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