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Reiseerfahrung und Weltdarstellung in Justinus Kerners »Reiseschatten«

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Zusammenfassung

Die Reiseschatten, 1811 erschienen, gelten als eines der wichtigsten poetischen Werke Justinus Kerners. Den Zeitgenossen waren sie ein besonders charakteristisches Beispiel seines dichterischen Ingeniums. David Friedrich Strauß nannte sie »das bedeutendste dichterische Erzeugnis Kerners«1. Ein späterer Literaturwissenschaftler rühmte das Werk als dessen »genialste Dichtung«2. Dennoch haben die Interpreten nicht allzuviel mit dieser Jugendschrift des schwäbischen Romantikers anzufangen gewußt. Da in ihr Erfahrungen einer Reise verarbeitet sind, die der frisch promovierte Mediziner nach Abschluß seines Tübinger Studiums unternahm und die ihn zwischen März 1809 und April 1810 über eine Reihe von Stationen nach Hamburg, Berlin, Wien wieder in seine württembergische Heimat führte, wurden die Reiseschatten oft zur Kategorie der Reiseliteratur geschlagen, was sich aber schon mit den biographischen Fakten schwer vereinbaren läßt. Denn die eigentlichen Reiserfahrungen Kerners haben in der Dichtung nur sehr vermittelte und überdies recht dürftige Spuren hinterlassen. Ihre Keimform sind zwar Briefe — »Schattenbriefe« nannte sie Unland3 -, in denen Kerner seinen zurückgebliebenen Freunden über sich und seine Erlebnisse berichtete, wobei er übrigens nach eigenen Worten »Wahrheit und Lügen« abwechseln ließ4; aber der veröffentlichte Text enthält nur Beziehungen zu einigen wenigen Etappen von Kerners Reise — zu den ersten, auf denen der Reisende seine heimatlichen Gefilde noch nicht verlassen hatte, und zu seinem Aufenthalt in Nürnberg.

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Referenzen

  1. 1.
    David Friedrich Strauß: Justinus Kerner, Zwei Lebensbilder. Erläuterungen und Nachwort von Herman Niethammer. Marbach 1953, Turmhahn-Bücherei 13/14, S. 33.Google Scholar
  2. 2.
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  3. 5.
    Ebd., S. 111. Zu den Beziehungen zwischen Uhland und Kerner vgl. Hartmut Fröschle: Justinus Kerner und Ludwig Uhland. Geschichte einer Dichterfreundschaft. Göppingen 1972, Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 66.Google Scholar
  4. 11.
    Vgl. Josef Gaismaier: Über Justinus Kerners »Reiseschatten«. Ein Beitrag zur Geschichte der Romantik. In: Zs. f. vergleichende Litteraturgeschichte, NF. Bd. XIII, 1899, S. 493 f.Google Scholar
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    Vgl. Heinz Buttiker: Justinus Kerner. Ein Beitrag zur Geschichte der Spätromantik. Diss. Zürich 1952, S. 80.Google Scholar
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    Otto Borst: Justinus Kerners Wirklichkeit. Zum schwäbischen Öffentlichkeits- und Sozialverständnis im Vormärz. In: Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte, Bd. 1. Weinsberg 1981, S. 10 f.Google Scholar
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    Zu Kerners politischer Entwicklung vgl. Lee Byron Jennings: Justinus Kerners Weg nach Weinsberg (1809–1819). Columbia 1982, Studies in German Literature, Linguistics and Culture, 3.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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