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Friedrich Hölderlin, ›Hyperion‹ (1797 u. 1799): Der Roman als »Einheit von Einheit und Differenz«

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Zusammenfassung

Für die ältere, stark von Heidegger geprägten Forschung war die Annahme einer fundamentalen Kluft zwischen Hölderlin und der zeitgenössischen Philosophie selbstverständlich. Der gängigen Abwertung der idealismusverdächtigen philosophischen wie ästhetischen Schriften oder Briefäußerungen des Autors entsprach die Kanonisierung des Spätwerks als — angeblich — endgültiger Abkehr vom perhorreszierten idealistischen Subjektivismus.2 Aus der historischen Distanz der Gegenwart heraus fällt — wie immer — die relativierende Erklärung dieser recht einseitigen Sehweise nicht schwer: Die Deutung Hölderlins als Gegenfigur zur abendländischen Unheilsgeschichte verhängnisvoller Seinsvergessenheit ist nur ein Glied in der langen Kette von Aktualisierungen, die die verspätet einsetzende, dann aber umso stürmischere und distanzlosere Rezeption des Hölderlinschen Werkes bis in die Gegenwart hinein prägen — und es damit auch, das sollte nicht übersehen werden, wirkungsgeschichtlich erfreulich präsent halten.

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Notizen

  1. Folgt man Sattler, so ergeben sich die folgenden Werkstufen: 1) Tübinger Frühfassung (1792/93): erhalten nur das Fragment ›An Kallias‹; 2) Waltershausener ›Fragment von Hyperion‹(1794), Anfang Nov. 1794 in der ›Thalia‹ erschienen; aus einer älteren Textstufe existiert hierzu auch das sogenannte ›Waltershäuser Paralipomenon‹; 3) Metrische Fassung mit zugehörigem Prosaentwurf (Jahreswende 1794/95 in Jena u. Weimar); 4) ›Hyperions Jugend‹ (1795, wohl noch vor der Rückkehr nach Nürtingen im Mai); 5) Segmente einer vorletzten Fassung (Herbst/Winter 1795 in Nürtingen); 6) Vorstufen der endgültigen Fassung (im einzelnen nur schwer zu datieren, aus der letzten Entstehungsphase 1796–98).Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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