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Der Roman der Aufklärung zwischen Rationalismus und Empirismus

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Zusammenfassung

Friedrich von Blanckenburgs (1744–1796) ›Versuch über den Roman‹ (1774) gilt heute zu Recht als Schlüssel zum Verständnis der spätaufklärerischen Romantheorie.1 Vor allem verdankt er seine Berühmtheit wohl seinen neuen, griffigen Formeln zur Definition der Gattung: Blanckenburg verpflichtet den Roman auf die Darstellung der »Handlungen und Empfindungen« des »Menschen« (*105, 17)2 als »innrer Geschichte eines Charakters« (S.390), die in der stringenten kausalen Motivierung einer fortlaufenden »Kette von Ursach und Wirkung« (S.10) dessen Entwicklung zur Vollkommenheit vorführt (S.456f.). Unverkennbar ist damit Bezug genommen auf wichtige Theoreme der Aufklärung: die Konzentration auf das menschliche Subjekt statt des barocken Theozentrismus, die Verpflichtung auf die Kausalität als Zentralkategorie des aufklärerischen Weltbildes, die Ersetzung statischer Vollkommenheit durch einen dynamischen Vervollkommnungsprozeß.

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Notizen

  1. 11.
    Vgl. die Ansätze dazu in: Stephan Kohl, Realismus. Theorie u. Geschichte. München 1977 (UTB 643), S.71–78.Google Scholar
  2. 38.
    Vgl. etwa Erwin Wolff, Henry Fielding: ›Tom Jones‹. In: Franz K. Stanzel (Hg.), Der englische Roman. 2 Bde. Düsseldorf 1969. Bd.1, S.198–231, bes. S.221ff.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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