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Vom weiblichen Gefühl

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Zusammenfassung

Es ist schließlich das Rousseausche Konzept des moralischen Geschlechts, das zum Leitbild des Frauenstreits in der späteren Aufklärung wird. Nahezu alle in der Nachfolge Rousseaus geschriebenen Texte zur Querelle des femmes zeugen von der weiten Verbreitung des Emile und der Nouvelle Héloise in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die durchschlagende Wirkung dieses Frauenbildes ist nicht nur mit sozialgeschichtlichen Gründen zu erklären und schon gar nicht auf ein patriarchalisches Machtspiel reduzierbar. Vielmehr gelingt es Rousseau, mit seinem Entwurf auf bestimmte Defizite der sich entwickelnden neuen Gesellschaft zu reagieren. Der Verbleib des mitmenschlichen Gefühls wird in einer zunehmend zweckrational organisierten Welt zum Problem. Es ist gerade dieser Aspekt, der in den zeitgenössischen »populären« Texten, die sich mit der Frauenfrage befassen, aufgenommen wird. Die Diskussion um das Gefühl der Frau löst die rationalistisch bestimmte Debatte um ihren Verstand ab. In diesem Zusammenhang möchte ich zunächst noch einmal auf Thomas zurückgreifen, dessen Essai paradigmatisch ist für die Rezeption von Rousseaus Frauenbild durch eine breite »aufgeklärte« Öffentlichkeit.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

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