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Relative Vollkommenheit und idealer Prozeß

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Zusammenfassung

Die utopischen Welten der Fortschrittsutopien weisen eine Eigenart auf, die zumindest im Kontext eutopischer Leseerwartungen überrascht: sie haben offenkundige Mängel. Diese entstehen nicht als Folge von unbemerkten Nachlässigkeiten des Autors, der eigentlich eine perfekte Welt gestalten wollte, aber beim Schreiben wichtige Aspekte seines Entwurfs übersehen oder falsch bewertet hat. Sie ergeben sich auch nicht in der Rezeptionsphase als Interpretationsergebnis für einen Leser, der den Text mit einem von dem des Autors abweichenden Glücksbegriff, einer anders gearteten Harmonievorstellung oder aus bedeutendem kulturellem Abstand heraus liest. Vielmehr ist es eine Eigentümlichkeit der Fortschrittsutopie, daß im normalen Ablauf gesellschaftlicher Funktionen Mängel virulent werden und das Glück der fortschrittsutopischen Menschen beeinträchtigen. Der Leser trifft auf schmerzliche Erfahrungen und sehr ernste Sorgen, die ihm zeigen, daß die von Autorenhand etablierten Probleme keineswegs gleichgültige Marginalien betreffen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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