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Der literarische Begriff der Fortschrittsutopie

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Zusammenfassung

Die Gegenüberstellung der Begriffsrekonstruktionen »Fortschritt« und »Utopie« hat gezeigt, daß sie konkurrierende Ansätze darstellten, um im 19.Jahrhundert zu hypothetischen Entwürfen zu gelangen. Die Behandlung beider Begriffe entzog sich dabei weitgehend der Auseinandersetzung mit ästhetischen Problemen, vor allem wurden die genuine Bindung der Utopie an literarische Formen und die Notwendigkeit entsprechender Interpretationsweisen geleugnet. Fiktionale Literatur wurde als expositorische Textsorte gedeutet. Das populäre Fortschrittsdenken überholte und dominierte die tradierten utopischen Denkweisen und Gestaltungsmöglichkeiten so grundsätzlich, daß die Utopien daneben als unverbindliche, eher zweifelhafte Ausformungen des Fortschrittsdenkens rezipiert werden konnten. Dem »Fortschritt« gebührte der Vorrang, weil er die als rational manipulierbar betrachtete Kluft zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit konkret zu schließen versprach. Dagegen schien die Utopie, zumindest die traditionelle Gegenbildutopie, nichts anderes leisten zu können, als lediglich diese Kluft fiktiv als geschlossen vorzugeben.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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