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DADA — die grosse Gebärde. Persönliches — hin und her

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Zusammenfassung

Sie nahmen den Mund reichlich voll, Huelsenbeck und Hausmann allen voran. Natürlich ist Dada gegen alles, was nicht Dada ist. Dada ist göttliche Verneinung, der absolute Nonsens, die perfekte Geschichtsunphilosophie, die Kulmination des Relativismus, Antimoralismus, Anarchismus. Weil Dada der »direkteste und lebendigste Ausdruck seiner Zeit ist, wendet es sich gegen alles, was ihm obsolet, mumienhaft, festsitzend erscheint«: — nur nicht gegen das ZENTRALAMT DER DEUTSCHEN DADA-BEWEGUNG, in dessen Auftrag Huelsenbeck seinen Almanach herausgibt.99 Daß diese Bewegung die Weltanschauungen durch ihre Fingerspitzen hat rinnen lassen, daß sie die »große« Parallelerscheinung zu den relativistischen Philosophien der Zeit war, daß man Dada nicht begreifen kann, daß man es erleben muß, daß Dada überhaupt ein Phänomen des Lebens ist, das läßt sich heute mit Abstand entgegennehmen. Worüber man nur noch lachen kann, damals jedoch nicht lachen durfte, das ist die gestikulierende Verkündigung, das Priesterhafte, die Scharlatanerie. Eben das, was man den Expressionisten ankreidete. Der Unterschied der Positionen ist bemerkenswert, in ihren Posen unterschieden sie sich nicht. Sie alle schrien: die Expressionisten substantiell, die Dadaisten chaotischgrell.

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Notizen

  1. 99.
    DADA-Almanach. Im Auftrag des Zentralamtes der deutschen Dada-Bewegung. Hrsg. v. Richard Huelsenbeck. Berlin 1920 (Verlag Erich Reiss). — Reprint: New York 1966 (Something Else Press).Google Scholar
  2. 100.
    Raoul Hausmann: Am Anfang war Dada. Steinbach/Gießen 1972, S. 35ff. »Zur Geschichte des Lautgedichtes«Google Scholar
  3. 101.
    Hans Richter: Dada-Kunst und Anti-Kunst. Köln 1964, S. 120Google Scholar
  4. 102.
    Veröffentlicht im Dada-Almanach von 1920 (s. 106). In seine Dokumentation Dada. Eine literarische Dokumentation (Reinbek 1964) hat Huelsenbeck die Rede wohlweislich nicht mehr aufgenommen. Eine ganz andere, vollkommen entschärfte Rede ist dort abgedruckt.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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