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Die Futuristische Exekution

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Zusammenfassung

Mit ihrem wütenden Anti-Idealismus waren die Futuristen die Vollstrecker des Nihilismus. Sie begründeten die Tradition jener Kunst-Provokation, die bis heute reicht. Die Futuristen zuerst und nach ihnen die Dadaisten verkündeten das ebenso simple wie totale Programm der Anti-Kunst. Sie selbst schufen eine neue Art von Kunst, eine umgedrehte Art gleichsam, die antiidealistische, antiästhetische Provokation. Damit war der Bruch vollzogen: die Kunst war nicht mehr die metaphysische Tätigkeit nach Auffassung dieser Revoltierenden, sie war nicht mehr Verklärung und Steigerung des Daseins, die Kunst der Kunstwerke war wertlos geworden. Warum? Weil der von ihr vertretene Anspruch, den Geist zu repräsentieren, hinfällig geworden war. Die im Schönen sich bergende Idee von Vollkommenheit und Harmonie wurde negiert. Dieser Glaube, der, vielfach variiert, seit Platon dem Abendland Trost und Überhöhung gegeben hatte, wurde fanatisch bekämpft, mit Füßen getreten, in der Luft zerrissen, fiel einem tiefsitzenden Rachebedürfnis zum Opfer. Die Revolutionäre des Kunstmodernismus waren Renegaten, letztlich ebenso enttäuschte Idealisten wie die »Nihilisten« des Jahrhunderts vor ihnen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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