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Das Missverständnis der Nietzsche-Deuter

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Zusammenfassung

»Zarathustra alle seine Erlebnisse segnend und als Segnender sterbend.« Fragment vom Frühsommer 1885. Das Leben ist eingeholt, nicht der Begriff davon. Immer erneut in den wenigen verbleibenden Jahren jubelt Nietzsche, wenn er zurückdenkt an die Zeit der großen Erkenntnis und an das für ihn größte Werk. »Dergleichen ist nie gedichtet, nie gefühlt, nie gelitten worden: so leidet ein Gott, ein Dionysos.« Kein Wunder, wenn er von sich behauptet, daß er ein glücklicher Mensch sei. Er hatte die höchste Formel der Bejahung gefunden, wie er selbst sagt, das Höchste, das überhaupt erreicht werden kann. Am Ende ist es eine Feier des Ja-sagens: Ecce homo — alles ist gut, weil er das große Ziel erreicht hat. Nach seinen Worten will er nicht im geringsten, daß etwas anders wird als es ist, er selber vor allem will nicht anders leben. Seiner Genialität bewußt, der Künstlerschaft seines Instinkts, wie er sagt, schaut er auf die vollzogene Umwertung der Werte, eine Aufgabe war es, fast zuviel für einen einzelnen. Jetzt ist es vollbracht, das Werk und damit das Gesetz seines Lebens. »Nach dieser Seite hin betrachtet ist mein Leben einfach wundervoll.« Wie sollte er diesem Leben nicht dankbar sein? So also spricht er zum Schluß, in dem Bewußtsein, den Nihilismus hinter sich gelassen zu haben.

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Notizen

  1. 81.
    Martin Heidegger: Nietzsche. Bd. I. Pfullingen 1961, S. 329Google Scholar
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