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Der Doppelblick Nietzsches

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Zusammenfassung

In jeder Hinsicht ist Nietzsche der Höhepunkt, wenn es um die Geschichte des Nihilismus geht. Alles kulminiert in ihm: die Trauer des Abschieds, die Klage der Heimatlosigkeit, die Analyse der Kultursituation und die Vision eines utopischen Gipfelglücks. Aus der Erkenntnis des Nihilismus erfolgt der Umschlag in die Prophetie seiner Überwindung. In zwei Richtungen geht immer deutlicher der Blick. Wie tauglich ist dieser Gipfelstürmer in der Bergwelt eisiger Erkenntnis? Nietzsche liebt die Hochgebirgsmetaphorik. Er wollte sich dort aufhalten, wo es keinen Menschen bisher gehalten hatte. Er wollte hinübersehen in das neue Land, in die Zukunft ohne Gott. Der Morgenröte mußte ja ein Sonnenaufgang folgen, ein neues Bewußtsein, eine ganz und gar neue Lebenskonzeption. Der Wanderer hatte seinen moralischen Schatten abgeworfen, hatte den Idealismus durchschaut — als Spiegelung menschlicher Wünsche — »›wo ihr ideale Dinge seht, sehe ich — Menschliches, ach nur Allzumenschliches!‹«28 Der Freigeist hatte sich auf seinen Weg gemacht — immer tiefer führt er ihn in die Einsamkeit hinein.

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Notizen

  1. 49.
    Mazzino Montinari: Nietzsche lesen (darin: Zarathustra vor Also sprach Zarathustra.) Berlin/New York 1982CrossRefGoogle Scholar
  2. 58.
    Bruno Hillebrand: Nietzsche und die deutsche Literatur. In: Texte zur Nietzsche-Rezeption 1873–1963. Tübingen 1978CrossRefGoogle Scholar
  3. 73.
    Thomas Mann: Nietzsche’s Philosophie im Lichte unserer Erfahrung. Gesammelte Werke, Bd. IX, Frankfurt 1960Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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