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Clara Schumann: Die Witwe als Herausgeberin

Chapter
Part of the Ergebnisse der Frauenforschung book series (ERFRAU)

Zusammenfassung

Die Witwe als Herausgeberin ist keine Seltenheit in der Geschichte der Briefeditionen des 19. Jahrhunderts. Sie galt als gleichsam natürliche Hüterin des männlichen Erbes, sie vor allen anderen schien für die Frage nach dem ‘Menschen im Künstler’ größtmögliche Authentizität zu garantieren. Im übrigen war sie es nun einmal, die zumeist über den Nachlaß des Verstorbenen verfügte, so daß niemand, der Briefe herausgeben wollte oder an einer Biographie arbeitete, darum herum kam, sich um Material an die jeweilige Witwe zu wenden. Die Frage war dann, ob die betreffenden Frauen ihre Witwenschaft zu einer Art Beruf machten und mit Argusaugen das öffentliche Bild ihres Mannes überwachten oder darauf vertrauten, daß Fremde Rücksicht auf allzu Intimes nahmen und leichter als sie selbst entscheiden konnten, was von dem erhaltenen Material för Mit- und Nachwelt von Interesse war. Dabei war die Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Interesse stets abhängig vorn jeweiligen Zeitgeist.

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Anmerkung

  1. 2.
    Abgedruckt in: Robert Schumann: Tagebücher. Bd.2. Hg. von Gerd Nauhaus. Leipzig 1987, vgl. dort besonders S.169.Google Scholar
  2. 3.
    Franz Liszt: Gesammelte Schriften. Bd.4. Hg. von Lina Ramann. Leipzig 1882, S.196.Google Scholar
  3. 4.
    Vgl. dazu die Auseinandersetzung zwischen Clara Schumann und Johannes Brahms über die Frage ihrer Konzertreisen, besonders Clara Schumanns Brief vom 15.10.1868. In: Briefwechsel Clara Schumann — Johannes Brahms. Bd.l. Hg. von Berthold Litzmann. Leipzig 1927, S.599.Google Scholar
  4. 5.
    Vgl. Martin Schoppe: Schumann-Interpretation Clara Schumanns. Tageskritik und Konzertbericht. In: 3. Schumann-Tage des Bezirkes Karl-Marx-Stadt 1978, S.17–24.Google Scholar
  5. 6.
    Vgl. z.B. Tagebucheintragung vom 28.12.1879. In: Berthold Litzmann: Clara Schumann. Ein Künstlerleben. Bd.1–3. Leipzig 1902–1908, Bd.3, S.405f.Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. z.B. Hans-Joachim Köhler: Quellenstudien und ihre Ergebnisse. In: 3. Schumann-Tage des Bezirkes Karl-Marx-Stadt 1978, S.25–33.Google Scholar
  7. 8.
    Vgl. Brief an Wasielewski vom 5. Oktober 1856. In: Litzmann: Clara Schumann, Bd.3, S.12–15, und zum Konflikt zwischen beiden vgl. Renate Federhofer-Königs: Wilhelm Joseph von Wasielewski im Spiegel seiner Korrespondenz. Tutzing 1975, S.53 u. S.76ff.Google Scholar
  8. 9.
    Unleserliche Stellen wurden einem Handschriftenexperten vorgelegt. Vgl. Brief an Rosalie Leser vom 17. September 1885. In: Litzmann: Clara Schumann, Bd.3, S.469.Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. z.B. Brief Schumanns an Clara Wieck vom 11. Februar 1838. In: Clara und Robert Schumann. Briefwechsel. Krit. Gesamtausg. Bd.1–2. Hg. von Eva Weissweiler. Basel, Frankfurt/M. 1984–1987, Bd.l, S.103.Google Scholar
  10. 12.
    Vgl. z.B. Brief Schumanns an Clara Wieck vom 22. April 1839. In: Jugendbriefe von Robert Schumann. Nach den Originalen mitgetheilt von Clara Schumann. Leipzig 1885, S.302. Google Scholar
  11. 19.
    Tagebucheintragung von Ende Dezember 1886. In: Litzmann: Clara Schumann, Bd.3, S.473.Google Scholar
  12. 21.
    Selbst ihren Kindern erzählte sie niemals etwas aus dieser Zeit. Vgl. Eugenie Schumann: Erinnerungen. Stuttgart 1925, S.105.Google Scholar
  13. 27.
    Wasielewskis Biographie lasen weder sie noch z.B. Brahms, aber das Lebensbild, das Philipp Spitta 1882 veröffentlicht hatte. In einem Brief an ihren Halbbruder Woldemar Bargiel vom 5. Mai 1882 schreibt sie dazu: •Ueber den Musiker sagt er vieles, was ich recht klar und schön finde, was die Schreiber aber über seine Person sagen, ist mir doch stets, fast verletztend. Sie haben von der feinen Organisation, die ihn oft gegen die leiseste Berührung von außen empfindlich machte, gar keine Idee, sondern stellen seine Eigenthümlichkeiten als solche hin ohne dem Grunde nachzuspüren, sie stellen auch dieselben meist schroffer hin, als sie in Wirklichkeit waren (...)« In: Litzmann: Clara Schumann, Bd.3, S.426.Google Scholar
  14. 24.
    Vgl. z.B. den Brief vom 13. März 1840: »Ohne solche Braut kann man auch keine solche Musik machen (...). In: Schumann: Jugendbriefe, S.309.Google Scholar
  15. 25.
    »Unglücklich fiihle ich mich manchmal (...), da8 ich eine leidende Hand habe (...) es steht alle Musik so fertig und lebendig in mir, daß ich es hinhauchen müßte; und nun kann ich es nur zur Noth herausbringen, stolpere mit einem Finger über den Anderen. Das ist gar erschrecklich und hat mir schon viele Schmerzen gemacht. Nun, ich habe ja meine rechte Hand an Dir (...). Brief vom 3. Dezember 1838. In: ebd., S.295.Google Scholar
  16. 26.
    Vgl. z.B. Brief vom 17. März 1838 oder vom 17. Januar 1840. In: ebd., S.278 u. S.309.Google Scholar
  17. 27.
    »An Deiner Romanze hab’ ich nun abermals von Neuem gehört, daß wir Mann und Frau werden müssen. — Jeder Deiner Gedanken kömmt aus meiner Seele, wie ich ja meine ganze Musik Dir zu verdanken habe.« Brief vom 10. Juli 1839. In: ebd., S.305.Google Scholar
  18. 28.
    Brief vom 11. Februar 1838. In: ebd., S.274f.Google Scholar
  19. 29.
    »Wir geben dann auch Manches unter unser beider Namen heraus. Die Nachwelt soll uns ganz wie ein Herz und eine Seele betrachten und nicht erfahren, was von Dir, und was von mir ist.« Brief vom 22. Juni 1839. In: ebd., S.301.Google Scholar
  20. 30.
    Tagebucheintragung vom November 1839. In: Litzmann: Clara Schumann, Bd.1, S.377.Google Scholar
  21. 31.
    Vgl. z.B. die Tegebucheintragung vom 10. Februar 1893: •Wie drängt sich mir wieder jetzt so oft der Gedanke auf, daß ich, noch bei Lebzeiten, vergessen werde. Das ist eben nicht anders mit den reproducirenden Künstlern (...) sind sie mal vom Schauplatz abgetreten, so gedenken ihrer nur höchstens noch die Zeitgenossen.« In: ebd., Bd.3, S.566.Google Scholar
  22. 32.
    Vgl. z.B. Haushaltsbücher, Eintragung vom 24. Januar 1846. In: Schumann: Tagebücher, Bd.3, S.755f. und Anm.573 d. Hgs. Gerd Nauhaus.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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