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Poesie und Poesiekritik im Briefwechsel Zwischen Clemens Brentano und Sophie Mereau

Chapter
Part of the Ergebnisse der Frauenforschung book series (ERFRAU)

Zusammenfassung

Der umfangreiche Briefwechsel zwischen Sophie Mereau und Clemens Brentano setzt 1798 ein und endet kurz vor dem Tod der Schriftstellerin im Herbst 1806. Diese Korrespondenz zweier Liebender, bestehend aus intensiven Auseinandersetzungen, Mißverständnissen, auch Kämpfen, ist für brieftheoretische Erwägungen interessant. Die beiden einander sich Schreibenden entfalten in ihrer Selbstdarstellung und durch ihre gegenseitige Herausforderung, die sich an der Kontroverse über den »Witz« entzündet, ihr Poetik- und Kunstverständnis. So erlaubt dieser überlieferte Dialog einen Einblick in die Genese subjekt- und kunsttheoretischer Positionen und zeigt deren enge Verflechtung miteinander (bei Brentano wäre von Verschmelzung zu sprechen angemessen).

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Anmerkungen

  1. 1.
    Jena, November 1799. In: Briefwechsel zwischen Clemens Brentano und Sophie Mereau. Bd.1–2. Nach den in der Königl. Bibl. zu Berlin befindl. Handschr. zum ersten Mal hg. von Heinz Amelung. Leipzig 1908, Bd.1, S.13f. Im folgenden Band- und Seitenangaben im fortlaufenden Text.Google Scholar
  2. 3.
    Jena, November 1799. Ebd., Bd.1, S.12. Zur Biographie von Sophie Mereau vgl. Dagmar von Gersdorff: Dich zu lieben kann ich nicht verlernen. Das Leben der Sophie Brentano-Mereau. Frankfurt/M. 1984.Google Scholar
  3. 5.
    Christian Brentano an Sophie Mereau, Jena, 10. Dezember 1802. In: Brentano, Mereau: Briefwechsel, Bd.l, S.34.Google Scholar
  4. 6.
    Karl Heinz Bohrer spricht zutreffend von »Selbstillumination«. Ders.: Der romantische Brief. Die Entstehung ästhetischer Subjektivität. München, Wien 1987, S.62ff.Google Scholar
  5. 7.
    So weist Christa Bürger überzeugend an weiten Teilen des literarischen Werks von Sophie Mereau nach: »Aber auch mit ihrer Auffassung von Weiblichkeit fügt Mereau sich den Vorstellungen ihrer Epoche nicht.« Dies.: »Die mittlere Sphäre«. Sophie Mereau — Schriftstellerin im klassischen Weimar. In: Gisela Brinker-Gabler (Hg.): Deutsche Literatur von Frauen. Bd.l. München 1988, S.366–388.Google Scholar
  6. 8.
    Marburg, 10. Januar 1803. In: Brentano, Mereau: Briefwechsel, Bd.1, S.50.Google Scholar
  7. 9.
    An Carl von Savigny. Weimar, etwa 7. Juni 1803. In: Clemens Brentano: Das unsterbliche Leben. Unbekannte Briefe von Clemens Brentano. Hg. von Wilhelm Schellberg u. Friedrich Fuchs. Jena 1939, S.306.Google Scholar
  8. 11.
    Walther Migge: Briefwechsel zwischen Achim von Arnim und Sophie Mereau. Ein Beitrag zur Charakteristik Clemens Brentanos. In: Festgabe für Eduard Berend. Hg. im Auftr. der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin u. der Deutschen Schillergesellschaft Marbach/N. von Hans Werner Seiffert u. Bernhard Zeller. Weimar 1959, S.384–407. Hier: S.387f.Google Scholar
  9. 16.
    So formuliert er es in seinem Brief an Philipp Otto Runge, Januar 1810: »(…) und wenn gleich mein ganzes Leben aus einer beständigen Reflexion und Beschauung bestanden, so war leider ihr Gegenstand kein besseres Kunstwerk, als meine eigne arme Person«, In: Clemens Brentano, Philipp Otto Runge: Briefwechsel. Hg. u. komm. von Konrad Feilchenfeldt. Frankfurt/M. 1974, S.19.Google Scholar
  10. 17.
    Jena, Februar/März 1799. In: Clemens Brentano: Briefe. Hg. von Friedrich Seebaß. Nürnberg 1951, Bd.l, S.25.Google Scholar
  11. 25.
    »Der hysterische Krampfanfall ist ein Koitusäquivalent. « Sigmund Freud: Allgemeines über den hysterischen Anfall. In: ders.: Studienausgabe. Hg. von Alexander Mitscherlich u.a. 4.Aufl. Frankfurt/M. 1971, Bd.4, S.197–203. Hier: S.203.Google Scholar
  12. 29.
    An Luise Hensel 1816. In: Clemens Brentano: Gedichte, Erzählungen, Briefe. Hg. von Hans Magnus Enzensberger. Frankfurt/M. 1981, S.314.Google Scholar
  13. 36.
    Karl Heinz Bohrer ist in seinem Urteil widersprüchlich. Einerseits sagt er: »Obwohl Brentanos Liebesbriefe die extremste Selbstbezogenheit bezeugen, handelt es sich (...) gerade in der Korrespondenz mit Sophie Mereau um einen Dialog.« Andererseits heißt es: »Daß Brentano den Briefwechsel mit Sophie Mereau so einseitig-monologisch betrieben hat, ist deutlich geworden«. Ders.: Der romantische Brief, S.68 u. S.261.Google Scholar
  14. 40.
    Karl Heinz Bohrer geht auf diesen Brief nicht ein, wie er überhaupt Sophie Mereau als eigenständiges Gegenüber Brentanos wenig berücksichtigt. Vgl. ders.: Der romantische Brief.Google Scholar
  15. 50.
    »Liebe Sophie«, schreibt er in dem bereits zitierten Brief, »die alte Zeit ist vorüber und aller Schmerz, es giebt nur eine Zukunft, ich liebe Sie, ich liebe Dich, o sei eins mit dieser Zukunft, störe den neuen Frühling nicht in mir, und Dir.« [Hervorhebung H.S.] Ebd., S.68.Google Scholar
  16. 52.
    Wie Karl Heinz Bohrer aufgezeigt hat, sind Brentanos Briefe dafür charakteristische Beispiele. Vgl. ders.: Der romantische Brief.Google Scholar
  17. 53.
    »Poetischer Okkasionalismus stellt die eindeutige Form ästhetischer Subjektivität dar.« Ebd., S.170.Google Scholar
  18. 54.
    Brentano an Friedrich Carl von Savigny in Jena, Juli 1800. In: Brentano: Das unsterbliche Leben, S.145.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

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