Advertisement

»Dilettantism der Weiber«

Chapter
  • 11 Downloads

Zusammenfassung

Über den Status von Texten entscheidet der herrschende Diskurs. Er legt fest, was als »Werk« Geltung beanspruchen darf; er bestimmt auch die Ausgrenzungsregeln. Seine Dauer ist gesichert durch die Tradition. Die Institution Kunst ist also mächtig.1 Und wir befinden uns daher, wenn wir über Literatur von Frauen schreiben, in einem unhintergehbaren Zuordnungsdilemma, insofern unser Gegenstand das Ausgegrenzte ist. Der Begriff der mittleren Sphäre, den ich für die Produktion der Frauen der Kunstperiode gewählt habe, ist Ausdruck dieses Dilemmas. Sein Vorteil besteht in seiner Zweideutigkeit: aus der Perspektive der Institution bezeichnet er das, was nicht als »Werk« anerkannt ist; aus der Teilnehmerperspektive aber das, was sich, auf seine je besondere Weise, nicht fügt, sei es, daß es die mit der Autonomiesetzung der Kunst errichtete Trennung von Kunst und Leben unterläuft, sei es, daß darin eine Subjektivität sich zeigt, die sich dem Bildungsprozeß des klassischen Individuums verweigert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1990

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations