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Der Furor der ›Rechtschaffenheit‹ und Sein Gegenbild

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Zusammenfassung

Kohlhaas, der Rebell, gilt seit dem Erstdruck der Erzählung als die paradigmatische Verkörperung eines Menschen, der sein Recht, ohne Ansehen des Grades seiner Verletztheit, mit kompromißloser Konsequenz — und das heißt am Ende: mit allen Mitteln der Gewalt — verficht. Es muß aber auch gesehen werden, daß der Protagonist die Personifikation der latenten (moralisch-rechtlichen) Verletztheit überhaupt darstellt. Die — terroristische — Gewalt ist so dasjenige Wesenselement, das als die notwendige und gleichgewichtige Entsprechung jenes anderen, nämlich der »Rechtschaffenheit« Kohlhaasens zu gelten hat. — Diese besitzt ihre machtlose Entsprechung in der reinen »Unbescholtenheit« (Littegarde von Auerstein aus dem Zweikampf), die im Falle einer Verletzung ohne die Unterstützung anderer zugrundegehen müßte. Ihr ist als Wesensmerkmal das Ausgeliefertsein an jede beliebige Gewalt eigen. Sie erscheint als die fatale Verkörperung der ›passiven Substanz‹ (Hegel) auf eine solche Weise, daß sie die Gewalt gegen sich geradezu herbeizwingt.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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