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Die Gewalt als Negation Individuellen Glücksbegehrens unter den Bedingungen Bürgerlicher Gesellschaft

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Zusammenfassung

Wie prinzipiell das Kleistsche Werk mit der Gewaltthematik verknüpft ist, zeigt sich gerade auch an jenen Erzählungen, wo Mord und Totschlag die unvermittelte Antwort auf Versuche sind, ein privates Lebensglück zu wagen. Bürgerlicher Sittenterror und die ihm verbundene Strafjustiz werden im Erdbeben nur scheinbar von einer höheren Macht an der Ausführung ihrer Gewalttat gehindert. Sobald die Liebenden von der Todesdrohung befreit sind, zieht es sie magisch zurück in den Bannkreis der nach dem Erdbeben noch blutrünstigeren Gewalthysterie in der Stadt. — Als sollte dem Glück noch einmal eine Chance in einer Ausnahmesituation gegeben werden, gewinnt der Flüchtling in der Verlobung in St. Domingo die aufopferungsvolle Liebe eines Mädchens, das den Auftrag hat, ihn seinem Mörder auszuliefern. Eine spezifische Blindheit des Mannes für die Notwendigkeiten der historischen Situation und für seine eigene Rolle läßt ihn die Liebe verkennen und beider Leben in einem einzigen Gewaltakt auslöschen. — Das dritte Exempel (Der Findling) erzählt davon, wie der bürgerliche Versuch, die eigene Identität und die der Familie am Institut des Geschäftes und seiner Fortdauer zu orientieren, in einem Prozeß der Selbstzerstörung dieser künstlichen Familie endet. Eine Instrumentalisierung des Humanen entmenschlicht das Subjekt: Der Nachfolger entpuppt sich als Teufel, der das scheinbar gesicherte Familienglück mit diabolischer Gewalt zerstört.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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