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Das Dämonische und die Wiederholung — Ein Reflex Menschlicher Verfehlungen: Phänomenologie Einer Gewalt der Töne

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Zusammenfassung

In beiden Erzählungen dieses Kapitels setzen die Gewalt-Täter an einem bestimmten Punkt des Geschehens unreflektiert ihr eigenes Wesen als herrschende Daseinsgestalt für einen anderen Menschen bzw. eine Gruppe von Menschen. Obwohl sich diese Eingriffe in keiner Weise von gewöhnlichen Verhaltensformen abheben, provozieren sie in der Einzigartigkeit ihres Auftretens eine zwanghafte Verkettung der nachfolgenden Ereignisse, die deutlich dämonische Züge aufweist und in beiden Fällen die Täter in den Wahnsinn treibt.[1] In beiden Fällen ist auch die Erscheinungsweise und Bedeutung des Gehörten aufs engste verknüpft mit der jeweiligen Gewaltform. Im Bettelweib gewinnt der Spuk mit jeder Wiederholung der unheilvollen Geräusche einen höheren Grad an Realität, während in der Legende die einmalige und schlagende Wirkung der Musik auf die Gemüter ihre unaufhebbare, göttliche Herkunft in der Wiederholung des frommen Gebrülls fortschreibt. Insofern bietet dieses Kapitel auch eine — Kleist verpflichtete — Phänomenologie des Hörens, die später bei der Lektüre des Verlobungs-Kapitels ihre sinn-gemäße Entsprechung in der Analyse einer ›Gewalt aus dem Blick‹ finden wird.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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