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Das Lustspiel als Trauerspiel

Zur ironischen Struktur von Grabbes Komödie »Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung«
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Zusammenfassung

Wie ein ahnungsvoller Entwurf der eigenen, künftigen Rezeptionsgeschichte läßt sich in Christian Dietrich Grabbes Lustspiel Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung jene Szene lesen, in der die vier Naturhistoriker den Teufel zum Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis machen. Nachdem sie ihn unter Aufbietung all ihres Scharfsinns — »er hat fünf Finger und keinen Schwanz« — zum Menschen erklärt haben, bestimmen sie ihn nacheinander als »Recensenten«, als »Pastorstochter«, als »deutsche Schriftstellerin«, um die einzig richtige Lösung mit dem Hinweis zu verwerfen, diese sei »ab initio unmöglich, denn der Teufel paßt nicht in unser System!« (I, 3) Nicht viel anders ist es, pointiert gesprochen, auch Grabbes Lustspiel ergangen. Nacheinander hat man ihm vom Nihilismus zum Antinihilismus, vom Pessimismus zur Glücksutopie, von »tieferer Bedeutung« zu »tieferer Bedeutungslosigkeit« die unterschiedlichsten Deutungen abzuringen getrachtet, allemal mit Überzeugungskraft und Systematik.[1]

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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