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Einleitung

Zum geschichtsphilosophischen Ursprung der frühromantischen Ironie-Konzeption
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Zusammenfassung

Das Fragment ist das Organon, in welchem das zugleich antisystematische wie systembezogene Denken der Romantiker seinen Ausdruck gefunden hat: eine Form der Verbindung von entfaltetem System und reiner Intuition. »Es ist zugleich tödlich für den Geist, ein System zu haben und keines zu haben. Er wird sich also wohl entschließen müssen, beides zu verbinden«,[1] heißt es in einem der Athenäums-Fragmente Friedrich Schlegels. Der Witz, der das Erkenntnisdunkel blitzartig erhellt, das Wort, der Begriff, der Terminus, die das Netzwerk komplex verschlungener Sinnbezüge auf Anhieb entwirren, kurz: die »mystische Terminologie«[2], wie August Wilhelm Schlegel seines Bruders schillernd-genialische Formulierungskunst genannt hat, gelten den Romantikern als jene Äußerungsformen, in denen sich ihr Vertrauen auf begriffliche Intuition darzustellen vermochte. Daß die unendliche Vielfalt der Äußerungsmöglichkeiten und deren tatsächliche Widersprüchlichkeit ihrem Anspruch auf Wahrheit widerraten könnte, bildete für die Theoretiker der Frühromantik kein Problem, bot doch gerade die nuancierte Vielgestalt der kritischen Fragmente die Gewähr, ihre erkenntnistheoretische Prämisse zu sichern: in fortschreitender Reflexion der Vollendung in Kunst und Philosophie sich zu nähern, die doch nie erreichbar sein würde.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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