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Zum Problem der Goethewertung: Ein Versuch

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Zusammenfassung

Hier geht es nicht um die historische Frage der Goetherezeption, die in erster Linie zur Geschichte der folgenden Epochen gehört, sondern um Goethes Leben und Werk selbst; denn der Verfasser hat den Eindruck, daß die Goetherezeption in der Regel von einem einseitigen Bilde Goethes ausgeht, daß der in der heutigen Goetheforschung erreichte Kenntnisstand öfters fehlt und daß es sich, vor allem bei modernen Dichtern, stellenweise sogar um eine ganz bewußte Beschimpfung einer Autorität handelt, die der sogenannten ›modernen Klassik‹, an der man sich orientiert, oder der jüngsten literarischen Richtung im Wege steht, — obwohl es doch historisch wenig Sinn hat, so weit voneinander entfernte Größen wie die Literatur der BRD (oder DDR) und die Dichtung der Klassik (oder Romantik) gegeneinander auszuspielen. Nur wenn man dem historischen Goethe und seiner Dichtung gerecht zu werden versucht, ist die Frage sinnvoll, was er uns in einer veränderten Welt noch bedeuten kann. Die Antwort muß notwendigerweise ziemlich abstrakt, ziemlich formal bleiben, weil manche Sorgen und Lebensinhalte nicht mehr die gleichen sind. Dies bedeutet, daß ich auch jede positive Identifikation mit Goethe, das, was ich seit Jahrzehnten den ›Goethekult‹ nenne, ablehne.

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Notizen

  1. 2.
    Vgl. Adalbert Wichert, Bismarck und Goethe. Klassikrezeption in der deutschen Geschichtswissenschaft zwischen Kaiserreich und Drittem Reich, in: Klassik und Moderne, hg. von Karl Richter und Jörg Schönert, Stuttgart 1983, 321–339; besonders wichtig erscheint dabei Erich Marcks, 326–330.Google Scholar
  2. 4.
    Vgl. z.B. Ernst Weniger, Goethe und die Generale, Leipzig 1943. Das Buch erschien im Inselverlag und ist, trotz des verdächtigen Datums, relativ sorgfältig gearbeitet.Google Scholar
  3. 6.
    Walter Müller-Seidel, Die Geschichtlichkeit der deutschen Klassik. Stuttgart 1983, 115 und 118.Google Scholar
  4. 7.
    Vgl. Christoph Gögelein, Zu Goethes Begriff von Wissenschaft, auf dem Wege der Methodik seiner Farbstudien. München 1972.Google Scholar
  5. 8.
    H.B. Nisbet, Goethe und die naturwissenschaftliche Tradition, in: Goethe und die Tradition, hg. von Hans Reiss. Frankfurt a.M. 1972, 212–241; dort Titel früherer Arbeiten.Google Scholar
  6. 12.
    Vgl. Karlheinz Schulz, Goethes und Goldonis Tasso. Frankfurt a.M. 1986.Google Scholar
  7. 14.
    Thomas C. Starnes, Christoph M. Wieland. Leben und Werk. Aus zeitgenössischen Quellen dargestellt, 3 Bde. Sigmaringen 1987.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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