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Der Text in der Oper

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Zusammenfassung

In der Romantik wurde die Literatur »musikalisiert« und damit gleichzeitig esoterisch, schwer verständlich. Zwar löst sich auch die Musik sowohl von ihrer Funktion in der Kirche und am Hof wie von der bloßen Affektschilderung und wird zur autonomen Kunst, so daß die führenden Theoretiker eine »dienende« Rolle etwa in der Oper ablehnen. [1] Die »romantische Idee vom Kunstcharakter des Theaterereignisses, in welchem alle beteiligten Künste zu einer poetischen Einheit verschmelzen«[2] aber bewirkt in der Praxis die Dominanz des Textes, der vom Laien eher als die Musik als Substrat des »Theaterereignisses« begriffen wird. Die gegenseitige Beeinflussung von Musik und Literatur führt so zwar zu einer Komplizierung der Literatur, die Literarisierung der Musik aber macht sie für Nicht-Musiker greifbarer:

Wort muß klingen wie Ton, und Ton muß sprechen wie Worte;

Klingen und sprechen sie nicht, sind sie auch Beyde nichts werth.[3]

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Anmerkungen

  1. 15.
    Vgl. auch Robert Schumann, den Gründer der »Neuen Zeitschrift für Musik«: Er ließ sich von E.T.A. Hoffmann zu eigenen, musikalischen »Kreisleriana« inspirieren; vertonte »Szenen aus Goethes Faust« als opernhaftes Oratorium; komponierte aber nur eine erfolglose Oper, »Genoveva«, auf ein eigenes Libretto nach Tieck und Hebbel (1850).Google Scholar
  2. 28.
    Carl Gollmick in »Glossen über Operntexte«; NZfM 16 (1842), S. 161.Google Scholar
  3. 79.
    Abgedruckt in Heinz Becker (Hrsg.): »Quellentexte zur Konzeption der europäischen Oper im 17. Jahrhundert«, Kassel u. a. 1981; vgl. auch Taubald, S. 543: »Nicht vergessen werden darf […], daß Operntextbücher […] gern gelesen wurden.«Google Scholar
  4. 97.
    Karl Immermann: »Zwischen Poesie und Wirklichkeit«, Tagebücher 1831–1840, hrsg. v. P. Hasubek, München 1984, S. 358 (1834)Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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