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Gegenwelten pp 95-113 | Cite as

Staatsromane der Aufklärung

  • Götz Müller
Chapter

Zusammenfassung

Johann Michael von Loen (1694–1776) verfaßte den ersten deutschen Aufklärungsroman von Rang, einen Fürstenspiegel im Gefolge von Fénelons »Télémaque« (1699) und Ramsays »Cyrus« (1727) . Ein Portrait seines Großonkels Johann Michael Loen hat uns Goethe im 2. Buch von »Dichtung und Wahrheit« überliefert. Es versammelt darin charakteristische Züge des vielseitigen, liberalen Aufklärers:

Bekannt mit der Hof- und Staatswelt, und eines erneuten Adels sich erfreuend, erlangte er dadurch einen Namen, daß er in die verschiedenen Regungen, welche in Kirche und Staat zum Vorschein kamen, einzugreifen den Mut hatte. Er schrieb den »Grafen von Rivera«, einen didaktischen Roman, dessen Inhalt aus dem zweiten Titel: »oder der ehrliche Mann am Hofe« ersichtlich ist. Dieses Werk wurde gut aufgenommen, weil es auch von den Höfen, wo sonst nur die Klugheit zu Hause ist, Sittlichkeit verlangte; und so brachte ihm seine Arbeit Beifall und Ansehen.

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Anmerkungen

Anmerkungen zu Johann Michael von Loen

  1. 2.
    Johann Michael von Loen : Der redliche Mann am Hofe. Faksimiledruck nach der Ausgabe von 1742. Mit einem Nachwort von Karl Reichert. Stuttgart 1966, S. 7, S. 10, S. 22.Google Scholar
  2. Vgl. dazu Karl Reichert: Utopie und Satire in J. M. v. Loens Roman »Der redliche Mann am Hofe« (1740). In: GRM N. F. XV (1965), S. 176–194Google Scholar
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  5. 3.
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  6. 4.
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  7. 5.
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  8. 8.
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  9. 13.
    Loen, S. 338. Vgl. zu Demut und Hochmut den interessanten Aufsatz von Hermann Kurzke: Die Demut des Aufklärers. Der redliche Mann am Hofe von Johann Michael von Loen (1740). In: Text & Kontext 1986, S. 233–243.Google Scholar

Anmerkungen zu Christoph Martin Wieland

  1. 1.
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  13. 32.
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Authors and Affiliations

  • Götz Müller

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