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Literatur und Literaturwissenschaft

Ausgrenzungsgeschichten
Chapter

Zusammenfassung

Wenn man nach zwanzig Jahren Lehrtätigkeit in Schule und Universität feststellt, daß sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der eigenen Arbeit verändert haben, so muß dies den Kern des intellektuellen Selbstverständnisses treffen. Angetreten ist die Generation von Geisteswissenschaftlern, zu der ich gehöre, in den sechziger Jahren mit dem selbstverständlichen Auftrag, Lehrer auszubilden für eine Gesellschaft, die mehr Demokratie wagen wollte. Dieser Auftrag ist ihr in den achtziger Jahren jäh entzogen worden, damit zugleich die Legitimationsgrundlage ihrer Arbeit. Verheerender als die Berufsverbotspraxis der siebziger Jahre hat sich, denke ich, die Lehrerarbeitslosigkeit (heute bereits können wir, ohne zu dramatisieren, von einem akademischen Proletariat sprechen) auf das Selbstverständnis der Intellektuellen ausgewirkt. — Wenn man nach zwanzig Jahren Lehrtätigkeit feststellen muß, daß der Konsens mit den Lernenden zerbrochen zu sein scheint, jener Konsens, der seit den sechziger Jahren mit dem Begriff der Kritik am schlüssigsten umschrieben war, so berührt dies die emotionale Basis unserer Arbeit. Auf eine solche Situation gibt es verschiedene Reaktionen: Panik, Lähmung, Verstockung, Selbstreflexion. Selbstreflexion also. —

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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