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Militarisierung der ›Sprache‹?

Zum Verhältnis von elementarer Literatur, Mediendiskursen und subjektiver Aufrüstung
Chapter

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der (Ab-)Rüstungsdiskussion haben auch Sprach- und Literaturwissenschaftler die Frage, »welcher Zusammenhang zwischen ihrem jeweiligen Fachgebiet und dem Problemkomplex Krieg/Frieden besteht« [1], vermehrt zu »einem ihrer Arbeitsschwerpunkte gemacht«. [2] Sprachwissenschaftler untersuchten dabei zum einen immanente Entwicklungstendenzen des militärischen Sprachgebrauchs, etwa die Verschleierung rüstungspolitischer Aktivitäten durch Euphemisierung: Gestützt auf die bei Wittgenstein und Kainz formulierte These von der ›Verführung des Denkens durch die Begriffe‹ konnte die Anwendung zoologischer Gattungsnamen wie Luchs, Marder, Leopard auf Panzer ebenso schnell als ideologisches Verfahren kenntlich gemacht werden wie etwa die Bezeichnung von MX-Raketen als Peacekeeper. [3] Implizit stellten solche Untersuchungen damit meist zugleich die Forderung auf, den militärischen Spezialdiskurs von lexikalischen Elementen anderer Diskurse frei zu halten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1989

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