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Gesellschaftlicher Wandel nur durch kulturellen Wandel

Literaturwissenschaft zwischen Eigenwilligkeit und Konsens, zwischen Essay, Empirie und Anwendung
Chapter

Zusammenfassung

Studenten und Absolventen literaturwissenschaftlicher Studiengänge inszenieren kulturellen Wandel in Stadtteilen, Städten und Regionen — umfassender und anders als die durch Werbeagenturen betriebene Imagepflege einer Stadt oder die herkömmliche Arbeit der Kulturämter: Nicht das Image einer Stadt wäre zu ändern, sondern schrittweise die Situation selbst. Studenten und Absolventen literaturwissenschaftlicher Studiengänge produzieren für das Lokalradio ihrer Region eigene Sendungen: Uni-Magazine, Kultur-und Literaturprogramme, Information und Beratung in neuartig weitreichender Weise. Studenten und Absolventen literaturwissenschaftlicher Studiengänge werden nicht nur journalistisch ausgebildet, sondern sie lernen und praktizieren auch moderne Formen der Gesellschaftskritik: Sie sind vertraut mit den Mechanismen der persuasiven Kommunikation, ebenso wie mit den Strategien der Argumentation und Interaktion. Studenten und Absolventen literaturwissenschaftlicher Studiengänge stellen Sprachlehr-Videos her für Ausländer in Zusammenarbeit mit den Verkehrsvereinen ihrer Städte. Studenten und Absolventen literaturwissenschaftlicher Studiengänge legen empirisch fundierte Untersuchungen nicht nur zur Produktion und Rezeption von Literatur vor, sondern auch zu Film und Fernsehen. — All diese Modell-Projekte sind möglich; es gibt sie bereits, wenn auch erst in den Anfängen. — Die vorwiegend technologisch orientierte Kultur läßt sich dazu herausfordern, ihre Mechanismen und die Prinzipien ihrer Dominanz zu verdeutlichen.

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