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Wagner als Heilmittel und Gift

Nietzsches geplante ›Mittheilung an die Freunde‹ vom Sommer 1878
Chapter

Zusammenfassung

Im Frühjahr 1977 fand in Berlin unter dem Titel »Aneignung und Umwandlung« eine Tagung über »Friedrich Nietzsche und das 19. Jahrhundert« statt,1 auf der sich Montinari über Nietzsches Beziehung zu Wagner äußerte.2 Er ging dabei von dem Geburtstags- und Weihnachtsbrief aus, den Nietzsche am 19. Dezember 1876 aus Sorrent an Cosima Wagner geschrieben hatte, als die freundschaftliche Beziehung formell zwar noch bestand, er sich aber innerlich bereits von »Bayreuth« gelöst hatte. In der Diskussion hat Montinari, in der Tradition von Thomas Mann, die sachliche Bedeutung der Abkehr Nietzsches von Wagner unterstrichen, und die meisten Diskussionspartner haben ihm beigepflichtet. Der unvergessene, wie Montinari viel zu früh gestorbene Walter Kaufmann sprach von einem »ganz entscheidenden Ereignis in der deutschen Geistesgeschichte«3. Abschließend hat Montinari seine Ausführungen dahingehend präzisiert, daß man zwar die existentielle Verwurzelung von Nietzsches Denken nicht übersehen dürfe, daß man es aber gründlich mißverstehe, wenn man es reduktionistisch auf biographische Details zurückführt.

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Anmerkungen

  1. 5.
    IV 30[166]; vgl. dazu M. Montinari, Nietzsche — Wagner im Sommer 1878; in: Nietzsche-Studien 14/1985, S. 13–21.Google Scholar
  2. 8.
    Ähnlich ging es J. Burckhardt: Vgl. Nietzsches Brief an von Gersdorff vom 21. Juni 1871.Google Scholar
  3. 33.
    Nachlaß Herbst 1883, VII 16[23]. — M. Brusotti (Verkehrte Welt und Redlichkeit gegen sich; in: »Centauren-Geburten«, hrsg. von T. Borsche, F. Gerratana und A. Venturelli, Berlin/New York 1994) hat gezeigt, daß Nietzsches in »Morgenröthe« und »Fröhliche Wissenschaft« veröffentlichte Psychologie der Redlichkeit auf Reflexionen zurückgeht, die er in den Jahren 1880–81 in Aufzeichnungen entwickelt hatte, in denen er das Verhalten Wagners und seiner Anhänger sowie seine eigene frühere Wagner-Gefolgschaft analysierte.Google Scholar
  4. 40.
    III 32[18]. — Vgl. zu dieser Übergangszeit R. Schmidt, Ein Text ohne Ende für den Denkenden, Frankfurt am Main 21989, bes. S. 124–147 (Exkurs: Richard Wagner und Bayreuth).Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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