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Zusammenfassung

»Am Anfang war das Wort«, — so lautete das Motto eines Bildes, das in einer der letzten Jahresausstellungen vor dem Zweiten Weltkrieg im Münchner »Haus der Deutschen Kunst« starken Zulauf hatte. Man sah darauf in legendärer Verbrämung A. Hitler als Volksredner der zwanziger Jahre in einem Kreis bis zu sichtlicher Erschütterung hingerissener Zuhörer. Die inhaltliche Botschaft des Exponats, durch Anlehnung an den christlichen Schöpfungsmythos noch mit besonderem kulturellen Vertrauenskredit ausgestattet, gehörte von Anbeginn zum obligatorischen Inventar der offiziellen Selbstdarstellung des NS. Im Eingangspassus der Mehrzahl der Hitlerschen Reden — der sogenannten »Parteierzählung« — wurde der politische Aufstieg der NSDAP stets als Sieg einer neuen Idee, die sich vor allem über das Medium der öffentlichen Rede Geltung verschafft habe, dargestellt. Auch Goebbels trug schon früh zur Ausschmükkung und Verbreitung dieser Vorstellung bei: so fügte er beispielsweise in seinen Jugendroman »Michael — ein deutsches Schicksal in Tagebuchblättern« noch nachträglich eine Episode ein, in welcher der Held in München einem Redner begegnet, der vor einem ergriffen lauschenden Publikum »Quader auf Quader zu einem Dom der Zukunft auftürmt« und so die Menschen zu neuem Glauben an die politische Zukunft Deutschlands begeistert haben will.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1988

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