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Die Grenzen religiöser Selbstdeutung. Autobiographien zwischen Bernd und Moritz

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Zusammenfassung

Adam Bernds skrupelvoller Umgang mit sich ist historisch vor allem deshalb signifikant, weil er die wachsenden Hindernisse zeigt, welche einer, um in seinen Worten zu sprechen, religionistischen Selbstwahrnehmung im Wege stehen. Die bewährten und durch Vorbilder legitimierten Darstellungsformen des Ich im Erleben Gottes verlieren nach und nach an Plausibilität. Sie werden den Ansprüchen des mit sich Allein-Gelasse-nen nicht mehr gerecht. Naturalismus war das Stichwort Bernds für das konkurrierende Deutungsmuster. Es gewinnt, weil sich die Erfahrungen der Leiblichkeit, der Zufälle und Schicksale des Seelenlebens, der wichtigen Kontingenzen eigener Geschichte, immer schwerer jenem Interpretationsschema der providentia dei, der imitatio christi, der gottgewollten Anfechtung, der Trostverheißungen und des Gnadendurchbruchs fügen. Eine Welt- und Ichauffassung wird trotz ihrer Resistenz [1] fragwürdig, welche die Mitteldinge und die leib-seelischen Interferenzen im Leben nicht wahrhaben mag. Bei Moritz wird dies dann bis zur kritischen psychologischen Durchleuchtung dieses Religionismus selbst führen.

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Anmerkungen

  1. 73.
    Zu Lavater und Bonnet vgl. den wichtigen Aufsatz von Karl Pestalozzi, Lavaters Utopie, in: Helmut Arntzen, Bernd Balzer, K. P., Rainer Wagner (Hger), Literaturwissenschaft und Geschichtsphilosophie, Festschrift für Wilhelm Emrich, Berlin, New York 1975, S. 283ff.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1987

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