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Melancholie und Subjektivität. Zur Poetik des Romans

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Zusammenfassung

Im 1962 geschriebenen Vorwort zur Neuausgabe seiner Theorie des Romans verurteilt der marxistische Literaturhistoriker Georg Lukács, der ein objektives Geschichtsbild zu haben glaubt, den melancholischen Geisteswissenschaftler von 1914/15, der damals seine aus der eigenen Desorientiertheit allein geborene »Verzweiflung über den Weltzustand« [1] in die Romantheorie projiziert habe. Seit Robert Burtons Anatomy of Melancholy (1621) kennt man die Janusköpfigkeit dieses Verhaltens: kaum der Melancholie entronnen, verbietet sie der Utopiker als falsches Bewußtsein. [2] 1914/15 hatte Lukács die Melancholie als eine Haltung neuzeitlichen Bewußtseins verstanden und — davon abgeleitet — »die Problematik der Romanform« als »Spiegelbild einer Welt, die aus den Fugen geraten ist« [3], 1962 spricht er von einer Melancholisierung der Romanform durch einen melancholischen Geisteswissenschaftler. Diese auf dem Hintergrund marxistischer Literaturtheorie erfolgte individualpsychologische Reduzierung des Problems kritisch zu untersuchen, ist nicht unsere Absicht. Der Zusammenhang von Melancholie und Romanform in Lukács’ früher Studie interessiert uns.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1985

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