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Frühe Kritik der Warenbeziehungen

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Zusammenfassung

Die Kritik der Warenbeziehungen beginnt nach der Revolution relativ isoliert in der frühsozialistischen Theorie. Sie beginnt mit der Kritik der Ehe und der Sexualität und mit dem Bewußtwerden der Substitution der menschlichen Beziehungen durch die Geldbeziehung in der bürgerlichen Sphäre. Erst am Ende der 1820er Jahre wird daraus eine breitere Diskussion unter den bürgerlichen Intellektuellen und es entsteht eine Literatur, die diese Kritik gestaltet. Sie beschränkt sich lange Zeit, auch noch während der 1830er Jahre auf die genannten Motive: auf Warenbeziehungen im Verhältnis der Geschlechter und im gesellschaftlichen und beruflichen Leben des Bürgers. Wesentlich später entsteht eine Kritik der Literaturwarenproduktion. Barbéris zitiert zwar einige frühe Bemerkungen über die »industrie littéraire« von Alexis Dumesnil aus dem Jahre 1829[1], aber gestaltet ist dieser Bereich erst in den Illusions perdues Ende der 1830er Jahre, soweit wir sehen ohne nennenswerte Vorläufer. Noch länger dauert es, bis sich die Entdeckung der Entfremdungserscheinungen der Lohnarbeit in der ›schönen‹ Literatur niederschlägt. Sie taucht selbst im sozialkritischen Diskurs kaum vor 1840 auf, in den folgenden Jahren wird aber die psychische Auswirkung auch der Maschinenarbeit auf den Arbeiter bei mehreren Autoren treffend beschrieben. Über einen sehr langen Zeitraum fehlen diese Motive in der erzählenden, lyrischen, dramatischen Literatur. Einige Phänomene einer lohnarbeitsähnlichen Situation werden zwar im Zusammenhang mit der Literaturwarenproduktion etwa bei Baudelaire thematisiert, aber Zola betritt noch in den 1870er Jahren literarisches Neuland, wenn er die Entfremdung des Industriearbeiters im Roman darstellt.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1980

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