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Formen der Literaturvermittlung

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Zusammenfassung

Neben dem Autorenbuch gewannen kollektive Formen der Veröffentlichung einen entschei­denden Anteil an der Verbreitung expressionistischer Literatur. Sammelwerke, Schriftenrei­hen, Anthologien und Almanache gab es in einer Vielfalt wie in keiner Epoche zuvor. [1] Insbe­sondere die über hundert Zeitschriften bildeten den publizistischen Ort des Expressionis­mus. [2] Mit ironisch gebrochener Sympathie kommentierte Alfred Döblin deren hektische Produktion in der Spätphase: »Jeder Verlag, der etwas auf sich hält, ist genötigt, für seine Be­kannten eine besondere Zeitschrift herauszugeben«. [3] Nach Wirkungsradius, Niveau, Ten­denz und Aufmachung ergibt sich indes ein recht buntes Bild. [4] Literarische Kampfschriften, politische Tribünen, Agitationshefte, bibliophile Raritäten und hektographierte Kuriosa sind ebenso zu finden wie Zeitungsformate mit einigen tausend Stück Auflage und Blätter in hun­dert und weniger Exemplaren. Kurzlebige Publikationen und solche, die sich über das Jahr­zehnt hinaus behaupteten, internationale, regionale und lokale Organe gehörten zum weitgefä­cherten Spektrum. [5] Streitschriften aber waren die meisten von ihnen. »Scheuen Sie das gute Papier und die schönen Typen«, hatte Julius Meier-Graefe den Herausgebern des neuen Pan ge­raten, denn die »Würde« sei »der Ruin aller Zeitschriften«. [6] Wie er forderte auch Kurt Hiller bewußte Parteilichkeit, »frei von dem schwächlichen Ehrgeiz, einen ›Überblick‹ über ›das Gei­stesleben der Zeit‹ zu ›bieten‹, vielmehr einseitig bis in die Knochen und programmatisch«. [7] Herwarth Waldens Der Sturm und Die Aktion Franz Pfemferts kreierten die paradigmatische Präsentation: das Nebeneinander von neuer Graphik, spitzer Kultur- und Zeitkritik und provokativem Poem. [8]

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1982

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