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Die Entstehung der deutschen Literaturwissenschaft als Literaturgeschichte

Vorgeschichte, Ziel, Methode und soziale Funktion der Literaturgeschichtsschreibung im deutschen Vormärz
  • Karl-Heinz Götze
Chapter

Zusammenfassung

In einer Publikation über »Germanistik 1806–1848« hat ein Kapitel über die Literaturgeschichtsschreibung streng genommen keinen legitimen Platz. Auf der ersten Germanistenversammlung in Frankfurt bestimmte der zum Vorsitzenden gewählte J. Grimm »die gegenstände […], um deretwillen wir hier versammelt sind«, als Sprache, Recht und Geschichte des deutschen Altertums. [1] Die Germanisten waren also diejenigen, die sich innerhalb der Sprachwissenschaft mit der germanischen Sprache, innerhalb der Rechtswissenschaft mit germanischem Recht und innerhalb der Geschichtswissenschaft mit germanischer Geschichte beschäftigten. Im deutschen Altertum lagen die »wechselseitigen beziehungen und verbindungen der drei in der versammlung vertretenen wissenschaften« [2], das deutsche Altertum konstituierte den Gegenstandsbereich der Germanistik. Die neuere deutsche Literatur lag außerhalb dieses Objektbereiches. Als A. H. Korff die frühe Germanistik als »Wissenschaft der Sprache und Dichtung der deutschen Vergangenheit und alles dessen, was dazugehört, um diese zu verstehen, […] als deutsche Altertumskunde« [3] definierte, hatte sich der spätere Wandel des Charakters der Germanistik hinterrücks in seine Formulierung eingeschlichen: Sprache und vor allem Dichtung rücken in den Mittelpunkt, Geschichte und Rechtsgeschichte werden zu Hilfswissenschaften.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1974

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  • Karl-Heinz Götze

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