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Heinrich Heine und die »Neuen allgemeinen politischen Annalen«: die Zeitschrift und ihre Bedeutung für ihren Redakteur in den Münchener Verhältnissen

  • Marie-Ange Maillet
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Zusammenfassung

Den »Neuen allgemeinen politischen Annalen«, deren Redaktion Heine ab Januar 1828 während seines Aufenthalts in München zusammen mit dem Publizisten Friedrich Ludwig Lindner übernahm, ist selten viel Aufmerksamkeit geschenkt worden. Unter den Aufsätzen, die sich mit der Zeitschrift der Münchener »literarisch-künstlerischen Anstalt« von Johann Friedrich von Cotta beschäftigen, ist vor allem der etwas ältere Artikel von Fritz Eisner zu nennen.1 Nach genauer Untersuchung des Lindner-Fonds im Marbacher Cotta-Archiv konnte Eisner zeigen, dass zwei Aufsätze, die in Lindners Rechnungsbuch Heine zugeschrieben sind, nicht aus dessen Feder stammen, sondern dem Autor der »Reisebilder« damals lediglich aus strategischen Gründen zugeschrieben wurden.2 Auch soll hier der Aufsatz von Otto-Heinrich Elias über Friedrich Ludwig Lindner erwähnt werden3, der sich in Bezug auf die inhaltliche Gestaltung der Zeitschrift und für die Kenntnis von Heines Koredakteur als sehr aufschlussreich erweist. Insbesondere ist es Elias’ Verdienst unterstrichen zu haben, wie neben dem russischen Diplomaten Tjutschew auch Lindner einen Einfluss auf Heines zeitweilige Begeisterung für Russland ausübte. Die Düsseldorfer Heine-Ausgabe schließlich bietet dem Leser einen ausgiebigen Überblick über Heines Tätigkeit und Rolle innerhalb der Cottaschen Redaktion4, damit aber hat sie das Thema nicht erschöpft. Vor allem dem Inhalt der einzelnen Artikel, die zwischen Januar und Juli 1828 in dieser Zeitschrift veröffentlicht wurden, scheint bisher kaum jemand nachgegangen zu sein, obwohl diese interessante Anhaltspunkte liefern für ein besseres Verständnis der Bedeutung dieser ersten Tätigkeit Heines als Redakteur und für die Untersuchung dieser Zeitschrift im Kontext des damals liberalen München.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Fritz H. Eisner: Neues zu »Heine und die Politischen Annalen«. — In: Weimarer Beiträge 5 (1959), s. 425–427Google Scholar
  2. 3.
    Otto-Heinrich Elias: Friedrich Georg Ludwig Lindner. Arzt, Geheimagent, Publizist, 1772–1845. — In: Lebensbilder aus Schwaben und Franken. Bd. XV. Stuttgart 1983.Google Scholar
  3. 22.
    Vgl. Michael Werner und Jan-Christoph Hausschild: Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst. Heinrich Heine, eine Biographie. Köln 1997, S. 147.Google Scholar
  4. 26.
    Stefan Schwarz: Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten. 2. Aufl. München, Wien 1980, S. 232.Google Scholar
  5. 27.
    Vgl. Hendrikje Kilian: Die jüdische Gemeinde in München 1813–1871: eine Großstadtgemeinde im Zeitalter der Emanzipation. München 1989, S. 112 und 184.Google Scholar
  6. 28.
    Vgl. Prinz Constantin von Bayern: Ludwig I. und Nanette Kaulla. — In: Hans Lamm: Von Juden in München. München 1958, S. 97; Heinrich Schnee: Madame Kaulla. — In: Lebensbilder aus Schwaben und Franken. IX. Stuttgart 1963, S. 99.Google Scholar
  7. 32.
    S. Gerhart Söhn: Von gereizter Höflichkeit zu gehässiger Gegnerschaft. Zum Verhältnis Wolfgang Menzel-Heinrich Heine. — In: HJb 30 (1981); vgl. auch G. Sohns Beitrag zu Wolfgang Menzel, dessen erster Teil in diesem Jahrbuch veröffentlicht wird.Google Scholar
  8. 47.
    Eberhard Galley: Heine und die Burschenschaft. — In: HJb II (1972).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2004

Authors and Affiliations

  • Marie-Ange Maillet
    • 1
  1. 1.ParisFrankreich

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